Es war der Gottesmann Charles G. Finney selbst, der uns dieses Zeugnis erzählte.

Er hielt Predigten in Detroit. Als er sich eines Abends anschickte gerade den Predigtraum zu betreten, trat ihm ein Mann entgegen. “Sind Sie Herr Finney?” “Jawohl.” “Würden Sie mir wohl einen Gefallen tun und nach der Versammlung heute Abend in mein Haus kommen, um mit mir über meine Seele zu sprechen?” “Sehr gerne. Warten Sie auf mich!”

Ein anderer Mann sprach ihn an: “Was wollte dieser Mann von Ihnen, Bruder Finney?” “Er bat mich nachher in sein Haus zu kommen.” “Tun Sie dies nicht!” “Es tut mir leid, aber ich habe es ihm bereits versprochen!”

Nach dem ende des Gottesdienstes, gingen Finney und der betreffende Mann drei Straßenecken weit, dann bogen sie in eine Seitenstraße ein. Sie blieben an einer Hintertüre stehen, die bald aufgeschlossen wurde! “Treten Sie ein!”

Bruder Finney betrat den Raum. Daraufhin verschloß sein Begleiter die Tür wieder. Er griff in seine Hosentasche und holte einen Revolver hervor. “Ich habe keine Absicht Ihnen

etwas zu Leide zu tun,” sagte er. “Ich möchte Sie lediglich etwas fragen. Meinen Sie auch wirklich das, was Sie in der gestrigen Ansprache sagten?” “Was sagte ich? Ich habe es vergessen!” “Sie sagten: Das Blut Jesu Christi reinigt uns von aller Sünde.” Finney entgegnete: “Ja, natürlich! Gott Selbst sagt es uns!”

Sein Gegenüber fuhr fort zu sprechen: “Bruder Finney, sehen sie diesen Revolver? Er tötete vier Menschen! Er gehört mir. Zwei davon erschoss ich selber, die anderen zwei erledigte mein Barmixer bei einem Zank in meiner Schenke! Gibt es noch Hoffnung für einen Mann wie mich?” Finney entgegnete: “Das Blut Jesu Christi reinigt uns von allen unseren Sünden.”

Wieder sprach der Mann: “Bruder Finney, eine andere Frage. Hinter dieser Wand befindet sich eine Kneipe, deren Besitzer ich bin. Wir verkaufen allerlei Arten von Getränken an jeden der hinein kommt. Viele, sehr viele Male habe ich den letzten Pfennig aus der Tasche der Männer herausgeholt, obwohl ich wusste, dass ihre Frauen und Kinder hungerten. Oftmals brachten mir Frauen ihre Säuglinge und baten mich inständig, doch ihren Ehemännern keine starken Getränke mehr zu verkaufen. Ich aber habe sie davon getrieben und den Schnapsverkauf fortgesetzt! Gibt es da noch Hoffnung für einen Mann wie ich es bin?” Finney sprach abermals: “Gott sagt, das das Blut Jesu Christi, Seines Sohnes, uns von allen unseren Sünden rein macht!” “

Noch eine Frage, Bruder Finney! Hinter dieser anderen Wand ist eine Spielhölle; und es ist ein dunkles Geschäft, brutal wie die Sünde und der Teufel! In dem ganzen Raum ist kein echtes Spielrad zu finden! Alle sind gezinkt. Wenn einer noch mit Geld in der Tasche die Schenke verlässt, so ziehen wir ihm den Rest dort heraus! Männer verließen manchmal die Spielhölle und begingen Selbstmord, nachdem ihr Geld, vielleicht oftmals nur geliehenes, verloren war. Gibt es da doch noch irgend eine Hoffnung für einen Mann wie mich?” Finney antwortete abermals: “Das Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, reinigt uns von all unserer Sünde.” “

Noch eine letzte Frage, dann will ich Sie nicht mehr länger beanspruchen. Wenn Sie diese Gasse verlassen und sich zur Rechten wenden, dann sehen Sie ein braunes Steinhaus. Es ist mein Haus. Dort befinden sich meine Frau und mein elfjähriges Kind, Margaret. Vor dreizehn Jahren begab ich mich wegen Geschäften nach. New York. Dort begegnete ich einem lieblichen Mädchen. Ich log sie an. Ich machte ihr weiß, das ich ein Makler sei, und sie heiratete mich. Als sie hier kam und die Art meiner Beschäftigung kennenlernte, brach es ihr das Herz. Zur Hölle auf Erden habe ich ihr das Leben gemacht! Betrunken kam ich nach Hause, schlug und ‘beschimpfte sie, ich schloss sie ein und gestaltete ihr Leben elender als das eines Tieres. Vor einem Monat ungefähr ging ich nachts betrunken, voller Zorn nach Hause. Meine Frau kam mir irgendwie in die Quere und ich begann sie zu schlagen. Meine Tochter warf sich zwischen uns. Da gab ich ihr eine Ohrfeige und schlug ihr – Gesicht gegen einen glühend heißen Ofen. Ihr Arm ist von der Schulter bis zur Hüfte verbrannt! Sie ist seiher entstellt. Bruder Finney, gibt es da noch Hoffnung für einen Mann wie mich?” Finney ergriff des Mannes Schulter, schüttelte ihn und sprach: “Oh Sohn, welch eine dunkle Geschichte weißt du zu erzählen! Aber Gott sagt: ‘Das Blut Jesu Christi, Seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.’ “

Der Mann entgegnete: “Danke Ihnen vielmals. Beten Sie für mich. lch komme morgen Abend zur Predigt.”

Am nächsten Morgen, gegen sieben Uhr, kam der Kneipenbesitzer aus seinem Büro heraus und ging quer über die Straße. Seine Kravatte hing schief. Sein Gesicht war staubig und schwitzig und voller Tränen. Er zitterte und schwankte, als ob er betrunken wäre! Was war passiert?

Er hatte den Bürostuhl genommen und den Spiegel, den Kamin , den Schreibtisch und viele Dinge zerschlagen. Er hatte die Wände auf jeder Seite eingeschlagen! Alles Flaschen und jedes Faß, sowie alle Spiegel in der Kneipe waren zerschmettert und in Stücke gebrochen.

Der Staub schwamm knöcheltief in einer schrecklichen Mischung aus Bier, Kornbranntwein Wacholderschnaps und Wein. In dem Spiellokal sah es ähnlich aus!

Er wankte über die Straße, ging die Treppe seines Hauses hinauf Dann lies er sich schwer in seinen Stuhl fallen. Seine Frau rief dem kleinen , Mädchen zu: “Maggie, renne doch hoch und teile Papa mit, das das Frühstück fertig ist!” Das Mädchen stieg langsam die Stufen hinauf. Ängstlich blieb sie in der Tür stehen und sagte: “Papa, Mama sagte, das Frühstück ist fertig; komm herunter.” “Maggie, Liebling, Vati möchte gar kein Frühstück” Das kleine Mädchen ging nicht, nein, sie flog die Treppen hinunter. “Mama, Vati sagte, Maggie, Liebling und war nicht böse.” “Maggie, du hast nicht verstanden. Du gehst jetzt nochmals hoch und bittest Papa zu kommen.”

Das Kind ging abermals hoch. Die Mutter folgte. Der Mann schaute auf, als er die Schritte hörte und sprach: “Maggie, komm her.” Scheu, furchtsam und zitternd ging das kleine Mädchen auf ihn zu. Er hob sie hoch und setzte sie auf sein Knie, presste sein Gesicht gegen ihre Brust und weinte. Die Ehefrau, bereits in der Tür stehend, wußte nicht was geschehen

ist.

Nach einer Zeit bemerkte er sie und sagte: “Frau, komm auch hierher.” Er bat sie sich auf sein anderes Knie zu setzen, schlang seine großen Arme um die beiden die er liebte, die er aber auch so fürchterlich beschimpft hatte, verbarg sein Gesicht zwischen ihnen und schluchzte. Das Zimmer wackelte von seiner inneren Bewegung. Nach einigen Minuten nahm er sich zusammen, blickte in das Angesicht seiner Frau und des Kindes und sprach: “Frau, Tochter, ihr braucht euch nicht mehr vor mir zu fürchten! Gott hat euch heute einen neuen Mann, einen neuen Papa geschenkt.”

Noch an diesem Abend kam dieser Mann, mit Ehefrau mit ihrem Kind zum Gottesdienst. Sie gaben Christus ihr Leben und wurden Kinder Gottes.

Wie steht es mit Dir? Willst du dich auch dem Herrn geben?

Joachim Krauß

Kommentare

  1. Johann Baier

    Christus bewirkt Wollen und Tun.
    Ich darf auf UnWillig UnTaten dichten verzichten.
    Folglich ist
    nachfolgebegabt mit faulbegabt gleichsetzbar.

    Anders formuliert:
    ICH brauche keine Entscheidung FÜR Gott
    zu treffen,
    ICH sollte auf FalschWollen verzichten.

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