George Harrison, Gitarrist und Sänger der Beatles hätte heute seinen 78. Geburtstag.

Bei den Beatles hatte jedes Mitglied seine festgelegte Rolle. Und genau betrachtet gab es zwei Gegensatzpaare:

Hier John, der Revoluzzer, da Paul, der Schwiegermutter-Liebling; hier Ringo, der übermütige Schwachkopf, da George, der zurückhaltende Intellektuelle. Schön, George Harrison war jünger als die anderen drei Stamm-Mitglieder (geboren 1943) und musste sich zunächst mal anstrengen, überhaupt in die Band aufgenommen zu werden. Aber auch als die Beatles längst weltberühmt waren, durfte er nur ab und zu einen Song beisteuern und wurde, obwohl er nominell Lead-Gitarrist war, angesichts des Dauerkonflikts der beiden Super-Egos Lennon und McCartney kaum wahrgenommen.
Dennoch spielte Harrison, Sohn eines Busfahrers in Liverpool, bei der Entwicklung der Beatles eine wichtige Rolle. Als sie ihre erste naive Pop-Phase hinter sich gelassen hatten, trug er zur Erschließung neuer musikalischer Einflüsse bei, indem er nach Indien ging und die hinduistische Kultur entdeckte – Folge seiner unaufhörlichen Sinnsuche.

In jüngster Zeit war der Guru Bhagwan berüchtigt, der – zumindest im Klischee – saturierten Amerikanern und Westeuropäern Enthaltsamkeit und das einfache Leben gepredigt hat, während er selbst Geld scheffelte, Luxuslimousinen sammelte und sich mit willigen Mädchen umgab.

Damals war es der Maharishi Mahesh Yogi, aber Harrison begründete durch seinen Besuch in der „heiligen Stadt“ Rishikesh einen Trend, dem viele Jahre lang jeder folgte, der im Jetset etwas gelten wollte.
Harrison brachte den Sitar-Virtuosen Ravi Shankar mit nach England und setzte erstmals in der Popmusik das traditionelle indische Instrument ein, nämlich in seinem Stück „Within you without you“, aber auch in dem bekannten Beatles-Song „Norwegian Wood“. Trotz der Dominanz von Lennon und McCartney gelangen ihm auch sonst ein paar bemerkenswerte Kompositionen, vor allem das Liebeslied „Something“, das seiner damaligen Frau Pattie Boyd, einem Fotomodell und Beatles-Groupie, gewidmet war. Aber auch „Here comes the Sun“ oder „While my Guitar gently weeps“
stammen aus seiner Feder.

27 Jahre war er alt, als sich die Beatles 1970 trennten, und damit reif für die Rente. Wie seine Bandkollegen brachte auch Harrison als Solomusiker keine größeren Leistungen als die Beatles mehr zustande. Trotzdem ließ er – mehr als John, Paul und Ringo – mit ungewöhnlichen Aktivitäten aufhorchen. Noch im Jahr der Bandauflösung brachte er das erste Dreifachalbum der Geschichte auf den Markt mit dem Titel „All Things must pass“. Er experimentierte sehr früh mit dem Moog-Synthesizer und elektronischer Musik (bereits seine Soloplatte von 1969 nannte er folgerichtig „Electronic Sound“), und er veranstaltete 1971 eines der ersten Benefizkonzerte, das Konzert für Bangladesch.
Er gründete 1979 die Filmproduktionsfirma Hand- MadeFilms, zunächst mit dem Zweck, den blasphemischen Monty Python Streifen „Das Leben des Brian“ fertigzustellen. Schließlich trat er der All-Star-Band The Traveling Wilburys mit Roy Orbison, Bob Dylan, Jeff Lynne und Tom Petty bei. Nach der Beatles-Ära schaffte er sogar noch einmal einen großen Hit: „My sweet Lord“, der sich allerdings als Plagiat des Songs „He’s so fine“ von „The Chiffons“ entpuppte und ihm einigen Ärger einbrachte.

In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts zog sich der Ex-Beatle weitgehend aus dem Musikgeschäft zurück, kehrte dann aber auf die Bühne zurück.
Es war trotz aller Anstrengungen ein zielloses Leben. Auch mit seiner Frau Pattie wurde Harrison nicht glücklich – sie verließ ihn 1977, um Eric Clapton zu heiraten. Den Fans wurde nie richtig deutlich, wonach der ruhige Musiker genau suchte, und es war ihnen vermutlich auch egal. Anfang der 1990er Jahre wurde bekannt, dass Harrison an Kehlkopf- und Lungenkrebs erkrankt war (er war starker Raucher und gewohnheitsmäßiger Kiffer), aus dem sich zudem ein Gehirntumor entwickelte.
Viel Geld steckte der Kranke in alternative Behandlungsmethoden, aber seine Gesundheit konnte er nicht zurückkaufen. Die Sensationspresse verfolgte minutiös, wie sich sein Zustand langsam, aber stetig verschlechterte.

Er starb 2001 mit nur 58 Jahren in Los Angeles. Gemäß hinduistischem Ritus wurde er bestattet; die Grabstätte ist der Öffentlichkeit nicht bekannt.
Oft waren einfach die Umstände gegen ihn – die Konkurrenz mit Lennon und McCartney, die Verblendung durch vermeintliche indische Heilsbringer, die Tragödie, schon früh im Leben alles an Erfolg geschafft zu haben, was nur möglich ist.

Wenn diese Umstände auch bei den meisten Menschen anders aussehen, machen doch viele wie George Harrison die Erfahrung, immer weiter nach dem Glück zu suchen und daran immer wieder zu scheitern. Jesus Christus sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Die einzige Wegweisung, die den Menschen zuverlässig ans Ziel führt.

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