Jeder hat einen „Großglockner-Glauben“ .

Einen ganzen Tag lang im Sommer warteten fünfzig Urlauber eines Busses aus Flensburg am Großglockner, um diesen zu sehen. Sie sahen indessen nur Nebel, Wolken, graues Geröll und ein wenig Schnee. So sehr sie auch schauten mit Augen und Gläsern, es war nichts zu sehen. Jedoch an dem Vorhandensein des Berges zu zweifeln, sah sich keiner der Urlauber genötigt, als sie den Bus dann bestiegen. Selbst Herr Koch, der ansonsten nur glaubt, was er mit eigenen Augen sieht, hatte fünf Ansichtskarten des Großglockners in Farben gekauft und schrieb hintendrauf von unvergesslichen Eindrücken. Aber selber hatte er gar nichts anderes gesehen als Nebel – und es doch geglaubt … (frei nach Lothar Zenetti).

Es ist schon seltsam, wie man sich als Mensch auf die Wahrnehmung eines anderen verlässt. Wir glauben den Leuten vieles, was wir nicht mit eigenen Augen gesehen haben und tun gut daran, denn es wäre ein seltsames Ansinnen es alles anzuzweifeln. Die eigene bislang wahrgenommene Welt wäre dann sehr klein. Obwohl dieser „Glaube“ sehr groß ist, reicht er doch nicht aus für Gott, obwohl seine Kinder viel mehr als nur einen optischen Beweis für seine Existenz geben. Den Großglockner kann man nur anschauen, er ist immer am selben Ort – unbeweglich und phlegmatisch. Bei ihm kann man seit Jahrhunderten keine Veränderung wahrnehmen, bei jenen aber vollzog sich eine echte Revolution. Es gab eine Umkehr, wie sie gegensätzlicher nicht sein kann: Liebe zu Gott statt Liebe zur Welt, Liebe zur Wahrheit statt zur Lüge, Liebe zur Moral statt zur Sünde, Liebe zu anderen statt Liebe nur für sich. Aber ist das alles? Was ist mit der Vergebung für andere, was mit dem Mitleid und Erbarmen für andere? Was mit der Hilfe für andere und dem Schenken von Zeit für andere, um sie mit der gewaltigen Liebe Gottes bekannt zu machen? Dies alles sind die mächtigen Zeugen für Gott und die Bibel, welche Menschen verändern. Dies alles geht weit über einen „Großglockner-Glauben“ hinaus, weil kein Mensch auf dieser Welt fähig ist, sein Herz mit einem moralischen Sinn und Streben zu füllen als nur Gott. Was kannst du aus der Geschichte lernen? Es gibt mehr als du sehen kannst. Es gibt Leute die sehen mehr als du und anders als du. Gott zu leugnen wäre dümmer als den Großglockner zu leugnen, weil die Gott bezeugenden Menschen durch ihr Leben mit Gott viel mehr Zeugnis sind als ein Berg.

Kommentar

  1. Simon

    Denn es ist ihnen offenbar, was man von Gott erkennen kann; Gott hat es ihnen offenbart.
    Seit Erschaffung der Welt wird nämlich seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar.
    Denn obwohl sie Gott erkannt haben, haben sie ihn nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern verfielen in ihren Gedanken der Nichtigkeit und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Römer 1: 19-21.

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