Michael Jackson starb mit 50 Jahren am 25. Juni 2009 in Los Angeles.

Michael Jackson ist am 25. Juni 2009 tot in seinem Haus in Los Angeles gefunden worden. Eine Autopsie ergab, dass er an einer Überdosis Propofol gestorben war. Sein Leibarzt Conrad Murray hatte ihm das Narkosemittel gegen Schlafstörungen gespritzt.

»Man kann ruhig sagen, dass es weh tut, ich zu sein.«
Michael Jackson

„Im Studio ebenso wie in den großen Arenen, in denen ich ihn ebenfalls erlebt habe. Und jedes Mal habe ich ihm gewünscht, er könnte diese unglaubliche Kraft, dieses seltene Charisma hinüberretten in sein wirkliches Leben. Es ist ihm nie gelungen. Michael Jackson war für die Bühne geboren, er hat nur auf der Bühne wirklich gelebt und er hat sie zu früh verlassen“, schreibt Thomas Gottschalk. Weiter sagte er in einem Artikel im “Focus”, dass er „niemals eine dermaßen gespaltene Persönlichkeit getroffen hat wie Michael Jackson.“

Ein Spiegelbild für die Welt in der viele Menschen heute leben müssen. Das Leben ist für viele eine sinnlose Illusion geworden. Sie spielen ein Spiel. Sie werden gelebt. Wirkliches Leben ist echt und das gibt es nur, wenn wir wissen wer wir sind und welchen Sinn unser Leben haben soll.

“Michael Jacksons früher und rätselhafter Tod hat einen postumen Verehrungskult in Gang gesetzt, der das Geheimnis der Ewigkeit umkreist. Jacko lebt, so der Glaube vieler Fans des Stars, dessen Verehrung durch eine Vielzahl von Devotionalien vorangetrieben wird. In den Medien bereitete man das Leben des “König des Pop” legendarisch auf und mystifizierte seinen Tod. Ausgehend vom medial stilisierten Bild des geheimnisumwitterten Königs entsteht so eine besondere Form der Heiligenverehrung.

Die anhaltende Michael-Mania bestätigt ein seit längerem zu beobachtendes Phänomen: die Ablösung der klassischen religiösen Vorbilder durch Massenidole, die hauptsächlich in und von den Medien leben. Idole liefern Identifikationsmuster, erfüllen religiöse Sehnsüchte und übernehmen all das, was früher Vorbilder und Heilige leisteten. Dabei zeigt sich, dass die neuen medialen Kultfiguren einst kirchlich gebundene Ressourcen abschöpfen.Schaut man sich die Idolisierung des “King of Pop”an, dann wird deutlich, dass in einer säkularisierten Gesellschaft die Menschen selbst bestimmen, wer als verehrungswürdig und vorbildlich zu gelten hat. Die Verehrung, die derzeit dem “König des Pop” zuteil wird, zeigt, dass sich Menschen hier etwas zurückholen, was sie mit den traditionellen Vorbildern christlichen Glaubens nicht mehr verbinden einen Menschen, in dem man sich selbst wiederfinden und in den man seine Träume hineinlegen kann. So wirkt Jacko gerade deshalb verehrungswürdig, weil in ihm die unerreichbar scheinende Perfektion traditioneller Vorbilder ersetzt ist durch einen Lebensweg, der ebenso authentisch wie exzentrisch war.

Je verrückter, desto faszinierender. Der klassische Hollywood-Star wirkte einst unnahbar, gleichsam entrückt. Schillernde Stars wie Greta Garbo, denen die Studios künstliche Biographien verpassten, gehörten zu Auserwählten, durch die sich das bürgerliche Publikum in eine erotisch-exotische Welt hinaus träumte, um der Glanzlosigkeit des eigenen Alltags zu entfliehen. Heute scheint dagegen gerade das Exzentrische und Bizarre der Stars anziehend und erfolgsträchtig zu sein.Je exzessiver und grenzenloser die Stars dem Motto Sex, Drugs & Rock´n Roll nachfolgen, desto größer ist die Faszination der Fans. Der exzentrische Star lebt stellvertretend die dunklen Seiten der Fans aus. Er tut all das, was man aus Ängstlichkeit und Zurückhaltung nicht selbst zu tun wagt.

Sehnsucht nach Erlösung Michael Jackson kokettierte mit diesem Image in seinem Megahit “Bad”. Je mehr er dabei auch sein äußeres Erscheinungsbild veränderte, desto intensiver bemühte er sich zugleich darum, von sich selbst ein Bild als ewiges Kind im Dienst der Menschheit zu entwerfen. Diese Inszenierung als Messias entsprach der besonderen Berufung, die der “King of Pop” für sich reklamierte. Wenn Jackson wie im Video zu “Stranger in Moscow” mit himmelwärts ausgebreiteten Armen seine und die Einsamkeit aller Menschen durchleidet, und wenn er dann, wie im Video “They don´t care about us” auf dem Höhepunkt seines unnachahmlichen Schluckauf-Stöhnens einen ekstatischen Urschrei ausstößt, dann ist sie unmittelbar da: die Erlösung. Im letzteren Fall eine auch visuell realisierte Beseitigung aller Probleme in Brasiliens Elendsvierteln. Diese Instant-Erlösung ist nicht auf das heilbringende Handeln Gottes in Jesus Christus bezogen, sie wird vielmehr durch ein messianisch aufgeladenes Idol eingelöst, das zumindest für die Dauer des Musikerlebnisses Leid, Schmerz und Tod vergessen macht.

Die Gemeinde will ihm gleichen In seinem Roman “Das Vorbild” beschreibt Siegfried Lenz die religiöse Überhöhung von Idolen als pervertierte Vorbildnachfolge. Die Gemeinde verfolgt ihr Idol mit rasender Verehrung und will ihm gleichen. Aber das, was das Idol anzubieten hat, ist nur eine preiswerte Religion des Vergessens, die der Gemeinde ermöglicht, sich zu beurlauben und davonzustehlen. Diese Religion peitscht Menschen in selige Gärten und befreit die Fans vorübergehend von ihren Mängeln. Die medial gepuschte Michael-Mania zeigt, dass so religiöse Sehnsüchte nach einer erfahrbarenErlösung im Hier und Jetzt offenbar erfolgreich bedient werden können. Aber eine Verehrung, die abhängig ist von der auf dem Bildermarkt gewonnenen Prominenz und Berühmtheit, vergötzt letztlich ein mediales Konstrukt und pervertiert das, was wirklich und bleibend aus Gnade geschenkt ist. Elisabeth Hurth/Idea.de

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