Was macht ein glaubenstreuer, evtl. migrations-kritischer, Vater/Mutter/Kind-Befürworter, Klimawandel-kritischer, die vielbeschworene Vielfalt und Buntheit der Gesellschaft hinterfragender Mensch in der postmodernen, pluralistischen und relativistischen Gesellschaft, in der es keine allgemein gültige Wahrheit mehr geben soll?

Es herrschen ja nur noch die eigenen Interessen und Befindlichkeiten, die Lebensstile und vor allem Emotionen, die allesamt durchgesetzt werden und recht haben wollen. Schnell gilt heute nur noch die Formel «Du widersprichst mir, also hasst Du mich». Diese Pervertierung einer vernünftigen Erkenntnisbemühung nach der Formel «Widerpruch = Hass» wird von der LGBTQ – Lobby systematisch politisch umgesetzt. Jede von ihr abweichende Meinung wird als «hatespeech» stigmatisiert oder mindestens als theoretische Voraussetzung für tätliche Gewalt gewertet. Vor einiger Zeit konnte man noch kontrovers und anständig diskutieren, ohne tätlich angegriffen oder niedergebrüllt zu werden: Wo ist unsere Gesprächskultur und angebliche Toleranz geblieben? Universitäten sind keine Orte mehr für offener Diskurse, Objekitivitätsbemühung (Wissenschaftlichkeit) und Wahrheitssuche.
Echtes christliches Denken bzw. christliches Handeln unterscheidet deshalb peinlich genau zwischen Person und Ansicht, zw. Sünder und Sünde. Man liebt die Person bzw. den Sünder, bekämpft aber eventuell deren falsche Ansichten bzw. deren sündige Praxis. Dieser Sinn für Objektivität und Wahrheit, diese Unterscheidung von Person und Sache, ist unserer Gesellschaft total abhanden gekommen. Man könnte meinen, ihr relativistisches Credo würde automatisch auch eine tolerante Debattenkultur hervorbringen. Weit gefehlt! In Wirklichkeit sieht man in Internetforen, Blogszenen und in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen nur noch rücksichtslos zum Ausdruck gebrachte Emotionen ohne jeglichen Anstand und Respekt gegenüber der Person. Bei Meinungsdifferenzen werden Interessenskonflikte mit harten Bandagen ausgetragen, ohne die geringste Bemühung, den anderen zu verstehen und seine Meinung richtig wiederzugeben oder nachzuvollziehen, bevor man seine Ansichten bekämpft. Statt sie mit vernünftigen Argumenten zu widerlegen, wird seine Person verbal herabgesetzt und etikettiert: z.B. als « Fremden-Hasser», «Fanatiker», «Fundamentalist», «(meist Rechts-) Extremer. Oder sein Denken wird psychopathologisiert: Vernünftig argumentierende Menschen sind dann angstbesetzte (z.B. Homo-) Phobiker, mit denen man gar nicht mehr zu reden braucht. Argumente erübrigen sich.
Die verdummte Masse wird in Meinungskorridore gezwungen, welche Mainstreammedien, Politik und Gesetze, demokratisch nicht legitimierte Gerichtsurteile oder fast allmächtige Medienplattformen definieren. Wer nicht spurt, wird geblockt, verklagt oder gesellschaftlich stigmatisiert.

Twitter, Facebook, Google u.a. sind die neuen gesellschaftlichen Inquisitionsgerichte, die aus dem Backoffice heraus darüber entscheiden, was (politisch korrekt) gedacht und gesagt werden darf.
Und dann sprechen wir heute noch vom “Finsteren Mittelalter”. Dabei wird es hierzulande immer finsterer. Und dass gerade an den Universitäten das Licht ausgeht, ist umso erschreckender. “LifeSiteNews”/ nach M. Elganti

Im 20. und 21. Jahrhundert festigte der atheistische Humanismus seine führende Rolle unter den Zeitgeistströmungen des „Abendlandes“. Ein Dammbruch war diesbezüglich die 68er-Kulturrevolution. Er verbündet sich mit esoterischen Lehren des New Age, der Theosophie und des Freimaurertums, die alle ebenfalls eine Selbstvergottung des Menschen lehren, und bedient sich der Irrlehren der evolutionistischen Weltsicht. Ganz besonders begegnen wir dieser Ideologie heute im allgegenwärtigen Neomarxismus, Feminismus und der Gender-Ideologie. Durchweg ist sein Anliegen die „Befreiung“ des autonomen Menschen aus allen „Zwängen“ biblischer Gebote und Ordnungen. Das ist endzeitlich und bedeutet die Entfaltung des „Geheimnisses der Gesetzlosigkeit“ (2Thess 2,7). Prophetisch ist diese Tendenz schon vorhergesagt in Psalm 2:

Warum toben die Heiden und ersinnen die Völker Nichtiges? Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten verabreden sich gegen den HERRN und gegen seinen Gesalbten: »Laßt uns ihre Bande zerreißen und ihre Fesseln von uns werfen!« Der im Himmel thront, lacht; der Herr spottet über sie. Dann wird er zu ihnen reden in seinem Zorn und sie schrecken mit seinem Grimm: »Ich habe meinen König eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg! (Ps 2,1-6) R.E.

Kommentare

  1. Was ein solcher … Mensch in Zeiten wie diesen macht? Die Frage kann ich nicht für alle, aber für mich persönlich beantworten: Klima-Hysterie, Buntheit, Vielfalt, political correctness, Multi-Kulti-Wahn und Gutmenschentum, 93 verschiedene Geschlechter, Gender-Gaga und Frühsexualisierung etc. pp. sorgen dafür, daß man mehr und mehr zu der Ansicht gelangt, daß die Menschheit immer schneller auf den Abgrund kollektiven Wahnsinns zurast.
    Für “normal”, traditionell und rational denkende Menschen wird die Situation langsam unerträglich.

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