Lieber Katholik,

Lieber Katholik,
pünklich zum Papstbesuch hier in Deutschland habe ich beschlossen, dir mal wieder einen Brief zu schreiben.
Es gibt bekanntlich jede Menge verschiedener Kirchen und Gemeinden, die alle an den Gott der Bibel glauben und du bist stolzes Mitglied der größten Kirche. Du hast mir in deinem letzten Brief geschrieben, dass du mit der ein oder anderen Entscheidung in der Kirche nicht ganz einverstanden bist, aber im Großen und Ganzen bist du ja zufrieden. Wer ist schon perfekt? Wohl keiner außer Gott.

Es ist übrigens sehr schön, dass wir beide an Gott glauben. Das ist heutzutage ja nicht mehr selbstverständlich und es verbindet uns in gewisser Weise. Auch dass wir uns beide auf die Bibel als Gottes Wort berufen eint uns, obwohl wir ja von der Kirche her ganz anders geprägt sind. Es ist schon schade, dass die Christenheit es über die Jahrhunderte nicht geschafft hat, sich brüderlich zu vereinen. Vielleicht sollte man noch einmal genau betrachten, was die verschiedenen Kirchen und christlichen Strömungen eigentlich trennt.

Weist du, als ich angefangen habe, dir diesen Brief zu schrieben, wollte ich dir eigentlich vorhalten, was deine Kirche in ihrer langen Geschichte schon alles für schlimme Dinge getan hat. Du hast bestimmt schon selbst viel darüber gehört.
Aber dann, als ich so darüber nachdachte, ist mir wieder eingefallen, wie viele schlechte Dinge ich eigentlich selbst schon getan habe. Da hat mir Gott einmal wieder meine eigenen Sünden vor Augen geführt. Es steht mir also gar nicht zu, dich oder deine Kirche auf moralischem Gebiet anzugreifen. Wir sehen dabei aber wiederum unsere menschliche Beschränktheit, womit wir wieder etwas hätten, das uns eint.

Eine Sache will ich dir aber unbedingt schreiben. Nicht etwa, um mich über dich zu erheben oder dich von oben herab zu belehren, sondern weil ich es für die wichtigste Erkenntnis über Jesus Christus halte und es mich traurig machen würde, wenn sie jemand nicht verstünde.
Versteh mich bitte nicht falsch, ich will damit nicht deine religiösen Gefühle verletzten. Sei dir stattdessen sicher, dass du mir trotz allem sehr am Herzen liegst.

Es geht darum, was es für uns Menschen bedeutet, dass Jesus für uns damals am Kreuz gestorben ist. Ich bitte dich, dass du dir etwas Zeit nimmst und dich ehrlich vor dir selbst damit auseinander setzt.
Das Opfer von Christus ist ja auch heute noch Mittelpunkt jeder Messe. Wie allgemein bekannt ist, starb Jesus am Kreuz für die Sünden der Welt. Gott hat sich dort praktisch selbst bestraft für das, was eigentlich wir Menschen gesündigt haben.
So weit, so gut. Jeder aufrichtige Katholik glaubt das. Was ich daran zum aber nicht verstehe, ist zum Beispiel, dass viele Leute darüberhinaus auch an das Fegefeuer glauben. Wenn jetzt Jesus meine Sünde schon am Kreuz vergeben hat, wofür schickt mich Gott dann noch in das Fegefeuer? Ich habe doch keine Schuld mehr vor ihm, wenn schon Jesus stellvertretend für meine Vergehen bestraft worden ist. Gott ist doch gerecht?

Das führt uns zu der Frage hin, unter welchen Bedingungen Gott uns die Vergebung vom Kreuz zuerkennt. Erst einmal einleuchtend ist die Meinung, dass er die Vergebung vom Kreuz nur denjenigen Menschen schenkt, die auch ein gutes Leben geführt haben. Aber hast du dir über diese Aussage schon mal Gedanken gemacht? Sie sagt in anderen Worten: "Er schenkt die Vergebung den Guten"…"Vergebung für die Guten."
Die Guten brauchen doch gar keine Vergebung! Wo gibt es denn sowas, dass denen, die es richtig gemacht haben, vergeben wird? Vergebung brauchen doch die, die es gerade falsch gemacht haben!
Naja, könnte man einwenden, auch die guten Menschen, die nach dem Willen Gottes leben, haben so ihre Macken. Und eben für diese Macken ist Jesus am Kreuz gestorben. Wenn ich diesen Gedanken zu Ende denke stellt sich mir die Frage:

Todesstrafe für "kleinere Macken"?

Jesus ist tatsächlich zum qualvollen Tod verurteilt worden. Das heißt aber doch, dass er für Sünden gestorben ist, die den Tod verdient haben. Haben die Macken der guten Menschen denn tatsächlich den Tod verdient? Er ist dort also für so schlimme Sünder gestorben, die nichts anderes als den Tod verdienen.
Jesus hat genau soviel Vergebung zu verschenken, wie er erlitten hat. Er hat den Tod erlitten und hat deshalb jetzt Vergebung für todeswürdige Vergehen. Übrigens steht in der Bibel, dass

der Lohn der Sünde der Tod ist (Römer 6,23)

Jede Sünde zieht den ewigen Tod nach sich. Ob groß, ob klein, Gott macht bei den Sünden keinen Unterschied. Gott sagt in der Bibel:

Denn wer alle Gesetze hält, aber nur eines übertritt, der ist aller Gebote schuldig geworden. Denn der gleiche, der sagt: "Du sollst nicht ehebrechen.", hat auch gesagt: "Du sollst nicht töten". Wenn du jetzt zwar nicht ehebrichst, aber tötest, dann bist du ein Gesetzes-Übertreter geworden. (Jakobus 2,10+11)

folgerichtig zieht Gottes Wort den Schluss:

Es ist kein Unterschied. Alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit Gottes. (Römer 3,23)

Es geht gar nicht darum, das eine oder andere Gebot mal nicht beachtet zu haben, sondern darum, dass wer auch nur ein Gebot übertritt, der ist ein Gesetzes-Brecher. Und solche Leute kommen nicht zu Gott, auch nicht nach einer Läuterung im Fegefeuer. Gott ist perfekt und nur Perfekte können zu ihm kommen. Und ich muss beschämt zugeben, dass ich nicht dazu gehöre.
Aber genau dafür ist Jesus gestorben. Für meine Sünden. Für die Sünden aller Menschen.
Wo liegt die Messlatte, die bestimmt, wie gut man sein muss, dass Gott einem noch die Vergebung schenkt? Sie liegt so niedrig, dass sogar Mörder, Vergewaltiger und Kriegsverbrecher Vergebung geschenkt bekommen können. Jesus hat auch für diese Menschen die gerechte Todesstrafe auf sich genommen.
Ist also allen Menschen ihre Schuld vergeben? Nein, denn die Bibel sagt uns, dass die Vergebung vom Kreuz genau denen geschenkt wird, die dies im Glauben annehmen:

Wissend, dass der Mensch nicht durch Gesetzeswerke gerecht gesprochen wird, sondern nur durch den Glauben an Jesus Christus. (Galater 2,16)

Wen Gott gerecht spricht, der darf zu ihm in den Himmel, obwohl er gesündigt hat. Wer nicht gerecht gesprochen worden ist, der wird draußen bleiben.
Jesus vergibt ganz oder gar nicht. Er vergibt nicht nur einen Teil und den anderen Teil musst du im Fegefeuer absitzen. Jesus hat nicht seine 99% vollbracht, so dass du noch 1% beisteuern müsstest. Jesus hat alles vollbracht: 100%.
Man könnte meinen, dass man dann ja nach Belieben weitersündigen kann. Aber wer tatsächlich verstanden hat, wie schwer seine eigene Sünde wiegt, und wieviel es Jesus am Kreuz gekostet hat, dafür zu bezahlen, den wird das nicht kaltlassen. Er wird die Gebote Gottes jetzt aus lauter Dankbarkeit einhalten und so Gott nachfolgen. Jetzt aber befreit von aller Sündenlast, die er in seinem Leben begangen hat und noch begehen wird.

Höre in dich hinein und bedenke bei deiner nächsten Pilgerfahrt: "Woran glaube ich. Daran, dass Jesus schon alle meine Schuld vergeben hat, oder dass ich hier selbst ein Werk vollbringe, um meine Sünden aufzuwiegen." Das sind zwei verschiedene Dinge.
Frage dich bei deiner Messe: "Bin ich hier, weil ich denke, dass ich so eine bessere Position vor Gott innehabe oder weil ich weis, dass Jesus mich schon in die vollkommen schuldlose Position vor Gott gesetzt hat?".
Überlege beim Sakrament: "Fügt dieser Gnadenkanal meiner Errettung etwas hinzu?". Das würde bedeuten, dass Jesus dir nicht deine komplette Schuld vergeben hat, weil man ja noch etwas hinzufügen kann.
Worauf verlässt du dich? Worauf baust du, wenn es um das ewige Leben geht?
Kommst du in den Himmel? Wer an Jesus Christus als alleinigen Herrn glaubt, kann diese Frage mit einem freudigen und gewissen "Ja" beantworten. Weil wer vor Gott keine Sünde hat, den lässt er definitiv hinein. Und vor Gott haben diejenigen keine Sünde, die sie sich von Jesus vergeben haben lassen.

Der Zeitpunkt ist gut, sein Verhältnis zu Jesus neu zu überdenken.
Der Zeitpunkt ist gut, sich neu für Jesus allein zu entscheiden.

Ich hoffe, dir haben diese Gedanken weitergeholfen und freue mich auf deine Antwort.

Schöne Grüße und Gottes Segen.

Kommentare

  1. ali

    alles falsch horst:

    Gibt es überhaupt einen Gott? Manche sagen: Einen Gott gibt es nicht! Andere können sich unter „Gott“ einfach nichts Bestimmtes vorstellen. Sie meinen, Gott ist vielleicht irgendein höheres Wesen über den Wolken oder irgendeine Kraft in ihnen.

    Und doch ahnt jeder Mensch, dass es Gott gibt. Viele Menschen fragen: „Was kommt nach dem Tod? Lebe ich dann noch weiter?“ Oder: „Wo komme ich her? Was ist der Sinn meines Lebens?“ Viele beschäftigen sich auch mit Magie, Spiritismus und ähnlichen Dingen, um dem Geheimnis des Lebens auf die Spur zu kommen.

    Auf diesem Wege ist Gott zwar nicht zu finden und zu erkennen, aber wer ihn dort sucht, zeigt, dass für ihn neben der sichtbaren noch eine unsichtbare Welt existiert. Solche Menschen ahnen, dass es Gott wirklich gibt. Die Welt Gottes durchdringt unsichtbar unsere sichtbare Welt und ist größer als das Universum.

    Haben Sie schon über den Sinn und das Ziel Ihres Lebens nachgedacht?

    Jeder Mensch sucht etwas oder jemanden, zu dem er aufschauen kann, z. B. ein Idol (etwa einen Fußball- oder Filmstar), eine Idee (etwa die Evolution, den Marxismus) oder einen moralisch vorbildlichen Menschen (etwa Gandhi). Letztlich möchte er etwas oder jemanden finden, das oder den er anbeten kann – als seinen Gott.

    Alle Völker haben ihre eigenen Götter. Sie sind nicht zu vergleichen mit dem wahren Gott. Doch wird hierdurch deutlich, dass alle Völker eine Ahnung von dem wahren Gott haben.

    1,1) Können Sie in dieser Welt noch mehr Spuren von Gott entdecken?

    Die Natur ist voll von Wundern
    Stellen Sie sich ein großes Weizenfeld vor. Einen einzigen Halm[1] mit einer Kornähre beachten wir kaum. Und doch ist dieser Halm ein Wunder. Obwohl er einen Durchmesser von nur etwa 4 Millimetern hat, wird er bis zu 75 Zentimeter hoch und so stabil, dass er auch bei starkem Wind nicht umknickt. Wenn wir Menschen solch einen „Turm“ bauen wollten, müsste er bei einem Durchmesser von 4 Metern 750 Meter hoch sein!

    Oder denken wir an das Licht. Es fliegt unvorstellbar schnell durch den Weltraum. Von der Erde bis zum Mond braucht es nur eine gute Sekunde. Eine Rakete benötigt dazu drei ganze Tage!

    Die Natur ist im Kleinen wie im Großen voller Wunder. Alles ist wunderbar durchdacht und konstruiert. Vieles ist auch für das Auge sehr schön anzusehen.

    Und das alles soll durch Zufall entstanden sein, also von allein? Durch allmähliche Entwicklung (Evolution), wie viele Wissenschaftler bei uns sagen? Das ist unmöglich. Nein, nur ein genialer Erfinder und Konstrukteur kann sich das alles ausgedacht haben. Nur der eine, wahre Gott kann das alles gemacht haben.

    Wir können Gott zwar nicht sehen, aber z. B. auch den berühmten Maler Rembrandt können wir nicht sehen. Und doch zweifelt niemand daran, dass Rembrandt gelebt hat. Seine Werke, seine Bilder, zeigen es uns ganz deutlich. So können wir auch an Gottes Existenz nicht zweifeln. Überall in der Natur haben wir seine Werke vor Augen.

    Alle Menschen sind nämlich dem Gericht Gottes verfallen, und dieses Gericht beginnt schon offenbar zu werden. Es wird vom Himmel herab alle treffen, die Gott nicht ehren und seinen Willen missachten. Mit ihrem verkehrten Tun verdunkeln sie die offenkundige Wahrheit Gottes.

    1,2) Was wird in Römer 1,18-20 von den Menschen gesagt, die nicht an Gott glauben?

  2. Barthel Horst

    was ist Gott?

    Gott ist ein Phandasie Bild der Menschen, mehr nicht es wird nur Fälschlich benutzt.
    Es gibt keinen Gott und auch keinen Alah und schon garkeine andere erfundene Glaubensrichtungen. Der Mensch besteht aus einer Lichtzelle, die sich in allem Verwandeln kann. Der Mensch besitzt ein Traumbild was die Stammzelle in unserem Körper Verewaltet.Am ende des Lebens geht die Traumzelle als Sieger, und einziges Bild in die Atmosphäre.
    Aber kein Gott Interesiert sich dafür.
    Glauben sie Lieber an das Leben der Lichtzellen und sie können viele Erbkrankheiten bei Menschen verhintern.   Horst Barthel

  3. DoSü

    Sünde und Sündenschuld

    Hallo,
    ich muss gestehen, dass ich nicht deinen ganzen Artikel gelesen habe, sondern nur den ersten Teil, möchte aber trotzdem etwas antworten, und zwar zu der Frage, warum Katholiken an das Fegefeuer glauben.
    Wenn ich es richtig verstehe, dann gibt es einen Unterschied zwischen der Verzeihung der Sünde an sich und der Wiedergutmachung der Schuld.
    Jesus ist für uns am Kreuz gestorben und verzeiht uns unsere Sünden. Aber eine Sünde hat ja auch immer Auswirkungen auf das Leben, wie ein Stein, der ins Wasser fällt und Kreise zieht – an der Oberfläche, aber auch im Inneren des Sees, wo man es nicht mehr sieht. Ein sehr billiges Beispiel: Vergleich der Sünde mit dem Zerbrechen einer Glasscheibe. Mit den Worten „Verzeih mir, Herr!“ verzeiht Jesus die Sünde, aber die Scheibe ist erstmal schrott. Ändere ich mein Leben nicht, versuche ich also nicht, mich von der Sünde abzuwenden und Jesus nachzufolgen, bleibt die Scheibe kaputt, dann ist bei meinem Tod zwar meine Rettung (weil ich Jesus als meinen Gott angenommen habe), aber weil ich ihm nicht wirklich auch mit aller Kraft nachgefolgt bin, erwartet mich eine Zeit der Reinigung. Dies ist nicht unbedingt als Strafe zu verstehen, sondern einfach als Erkennen seiner selbst und damit verbunden der Qual zum Beispiel über soviel eigene Lauheit. Diese Reinigung macht die Scheibe wieder ganz. Wenn ich in meinem Leben schon von ganzem Herzen Gott nachfolge, dann wird dadurch die Scheibe ganz. Dann gibts auch kein Fegefeuer…
    Eigentlich ganz einfach. Wie seht ihr das denn? Wenn jemand zwar Jesus als seinen Erlöser annimmt, aber mehr recht als schlecht versucht, ihm nachzufolgen?

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