Was ist eine Sekte?


Die meisten können keine befriedigende Definition des Wortes Sekte geben. Einige Lexika bezeichnen eine Sekte als religiöse Körperschaft, die „unorthodox oder irre­führend” ist. Unter Sekte versteht man auch „Hingabe an eine große Person, Idee oder Sache”.



Ronald Enroth hebt hervor, dass der Ursprung des Wortes Sekte auf das lateinische Wort cultus zurückgeführt werden kann, „das für alles steht, was mit Gottesdienst – Ritualen, Emotionen, Liturgie und innerer Einstellung – zu tun hat.”


In Dr. Walter Martins Buch The Kingdom of the Cults wird Dr. Charles Braden zitiert. Er sagt: „Eine Sekte … ist jede religiöse Gruppe, die sich wesentlich in einem oder in mehreren Aspekten des Glaubens und der Praxis von den religiösen Gruppen unterscheidet, die in der Gesamtheit unserer Kultur als normativer Ausdruck von Religion angesehen werden.”


Daher ist eine subjektive Beurteilung von Werten nötig, um eine Gruppe als Sekte zu bezeichnen.



Viele Gruppen, die von der Gesell­schaft akzeptiert werden (z. B. die Mormonen, die Bahai-Religion), wurden während ihrer Entstehungszeit als abstoßend empfunden und verfolgt. Wer will bestimmen, welche der heutigen nichttraditionellen Exzentriker in einigen Jahren als gesellschaftlich anerkannt gelten?




Folgende Kennzeichen gelten für alle Sekten:



1. Eine zentrale Autorität, die sowohl die Philosophie als auch den Lebensstil streng vorschreibt;



2. ein „wir”-gegen-„sie”-Komplex, der die angeblich höheren Ein­sichten der Gruppe gegen die sie umgebende feindliche Kultur abgrenzt;



3. die Verpflichtung aller Mitglieder zum intensiven „Proselytenmachen” unter den Unbekehrten; und



4. eine abschirmende Isolierung, die die Anhänger den Realitäten der Außenwelt entfremdet.




Die sektiererische Philosophie ist unterschiedlich; sie reicht von strenger Askese bis zu sexueller Freizügigkeit. In ihren Anfängen stellen viele Gruppen den Eindruck zur Schau, die Gesellschaft verbessern und Gottes Willen folgen zu wollen. Irgendwann werden dann die Lehren des Gründers festgeschrieben und zu einem organisierten System of­fenbarter Autorität gemacht. Es wird dann zu einem absoluten Erfor­dernis erhoben, den Idealen des Gründers Folge zu leisten. Was zunächst die aufrichtige Überzeugung eines Menschen gewesen sein mag, wird dann mit dem ganzen Gewicht göttlicher Beauftragung be­frachtet.



Wenn eine solche Veränderung stattfindet, während der Gründer der Gruppe noch lebt, wird er gewöhnlich übernatürliche Be­stätigungen für seine Glaubensüberzeugungen ins Feld führen. Was daraus entsteht, ist eine „Art institutioneller Dogmatismus und eine ausgesprochene Intoleranz jeder Position gegenüber, die nicht mit der eigenen übereinstimmt.”


Obwohl Sektenanhänger gewisse typische Kennzeichen ihrer Moti­vation aufweisen, variieren ihre Einstellungen vom ichsüchtigen Narzissmus bis hin zur Vernachlässigung der eigenen Person zugunsten des Wohls der Allgemeinheit. Die Person, die sich einer Sekte an­schließt oder sich für eine Sekte anwerben lässt, ist auch in ein psy­chologisches Gesamtprofil einzuordnen. Konventionelle Lösungen und Institutionen hat sie möglicherweise als steril und unbefriedigend erlebt. Sie hält Ausschau nach einer bestätigenden Gemeinschaft, mit der sie sich identifizieren kann. Eine solche Gruppe wird noch attrak­tiver, wenn sie ein einziges idealistisches Prinzip anbietet, um das sich das ganze Leben drehen kann. In einer Gesellschaft, der die Bi­bel fremd geworden ist, ist die Verführungskraft einer Sekte dann besonders stark, wenn er behauptet, gewisse verloren gegangene Wahrheiten wiederhergestellt bzw. unentdeckte Wahrheiten gefunden zu haben.



Einsamkeit, Unentschlossenheit, Verzweiflung und Enttäuschung sind die typischen emotionalen Kennzeichen, nach denen die Sektenwerber Ausschau halten. Sie laden den Arglosen mit außergewöhnli­cher Freundlichkeit zu einer Lesung, zu einer kostenlosen Mahlzeit, zu einem Seminar am Wochenende oder zu einer anderen Aktivität ein, die sofortige Lösungen für bedrückende Probleme verspricht. Es ist ziemlich überraschend, dass nur wenige sich die Mühe machen, nachzufragen, wer diese Einladung an sie richtet, was dahinter steckt und was eigentlich stattfinden wird. Vage Antworten werden selten hinterfragt, so dass es der Sektenwerber leicht hat, seine Absichten zu verschleiern.


Sekten ziehen im Allgemeinen ihre Anhänger dadurch an, dass sie sie mit Aufmerksamkeit und Zuwendung überschütten. Das ist die Taktik, die man als „Bombardieren mit Liebe” bezeichnen kann.



Ge­fühle sind der Köder, nicht die Lehre. Tatsächlich wird die Glaubens­struktur anfänglich selten erwähnt. Führer von Sekten wissen, sobald ein neu in die Sekte Eingeführter ihre besondere Weltanschauung ak­zeptiert und ein Zugehörigkeitsgefühl entwickelt hat, er auch bereit sein wird, jede Lehre anzuerkennen, einschließlich der Überzeugung, dass der Führer Gott repräsentiert.


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Kommentare

  1. Never_forget

    Frage nicht beantwortet

    Hallo, ich habe einen Leserbrief vor etwa einer Woche geschrieben, allerdings hat diesen keiner beantwortet, aber es wäre wirklich sehr wichtig für mich!!!
    Ich würde gerne wissen, warum er nicht beantwortet wurde!! Könntet ihr mir Gründe nennen??
    Be blessed

  2. thorben

    Wir sollen nicht richten, richtig.
    Wer aber die Bibel verändert, oder die Lehre der Bibel verändert oder der Bibel oder der Lehre der Bibel etwas hinzufügt oder weglässt, der ist schon durch Gottes Wort gerichtet.
    Vergleiche die Zeugen Jehovas mal mit der Bibel.
    Wie stehen sie zu Gott, Jesus Christus und dem Heiligen Geist, und was sagt die Bibel dazu.
    Warum haben sie heilsnotwendige Zusatzlitetratur wenn die Bibel sagt dass sie in sich vollkommen ist?

  3. Lucianna

    Sekten? Sind denn alle so?

    ich hab mir den Artikel durchgelesen und eine Frage beschäftigt mich ganz schön: Es sinbd doch nicht alle Sekten so, was ist mit den Jehovas Zeugen und den Jesus-Freaks? Sind diese Sekten nicht dem Evangelischen ähnlich? Ich bin selbst Christ (Melolitisch)und ich weiß dass eine Sekte nichts für mich wär und trotzdem find ich dass echt fies von euch dass ihr ALLE Sekten als was schlechtes darstellt, eine Freundin von mir ist Jehovas Zeugin, und machst sie das zu etwas schlechten??? Was würdet ihr sagen wenn einer sagt; “Sekten sind was schlechtes! Ich will mit keinen etwes zu tun haben die wollen mich doch alle nur zu ihrer Sekte locken!” Vorurteile entstehen und ich glaube nicht dass das eure Absicht ist, oder? Uns Christen steht es nicht zu über andere Glauben zu richten denn wir wissen selbst nicht ob unser Glaube richtig ist, wir können sagen es ist “GEFÄHRLICH”, aber nicht so dass vorurteile entstehen…
    Eure Lucianna

  4. ali

    gott möge dir helfen, vom kiffen und dem anderen zeug loszukommen. gott kann befreien. jesus aht schon einige meiner freunde befreit und zu neuem leben verhofen.
    kannes sicher auch bei dir. schenke jesus dein leben.
    ali  (thorben war auf crs)
    du fragst wegen sekte uns so:

    Was ist denn aber eigentlich nun eine Sekte? Ursprünglich kommt das Wort “Sekte” vom lateinischen “sequi” = nachfolgen, es bezeichnete eine religiöse Glaubensgemeinschaft, ohne diese zu bewerten. Im normalen Sprachgebrauch verstehen wir heute unter einer Sekte jedoch eine Abspaltung, die im Vergleich zu der Ursprungsreligion relativ klein ist. Und sie muß auch gefährlich sein, sonst spricht man nur von einer Religionsgemeinschaft.
      
    Doch hier kommt der kritische Punkt: Wer definiert, was gefährlich ist? Ist es nicht auch gefährlich, an ein Gericht mit Belohnung und Bestrafung der Gläubigen nach dem Tod zu glauben? Setzt das nicht den Gläubigen unter „psychischen Druck“? Mir ist jedoch keine Religionsgemeinschaft bekannt, die nicht Elemente der Belohnung oder Bestrafung für das Fehlverhalten ihrer Mitglieder kennt. Wenn jemand also behauptet, diese oder jene Gruppe sei eine Sekte, so hängt das Ergebnis sehr von seiner persönlichen Meinung ab.
      
    Meiner Meinung nach gibt es keine einzige religiöse Glaubensgemeinschaft, die bis ins allerletzte Detail vollkommen ist. Wenn man die aus christlicher Sicht bedeutendste Gruppe nimmt, nämlich Jesus und die 12 Jünger, dann sieht man, daß einer, nämlich Judas Ischarioth, auf der falschen Seite stand. Daher gibt es vermutlich auch heutzutage keine Religionsgemeinschaft, von der alle Mitglieder selig werden. Trotzdem kann es andererseits durchaus sein, daß es Gruppen gibt, von denen niemand erlöst wird, z.B. esoterische Ufo-Sekten, die im Massenselbstmord enden. Wenn jemand jedoch in einer derartigen Gruppe ist, kann er zumindest im Prinzip wieder austreten und sich bekehren, falls er nicht durch die Gruppe unter Zwang gesetzt wird.
      
    Wenn Sie es erwarten, dass ich Ihnen jetzt die gefährlichsten Sekten aufzähle, dann täuschen Sie sich leider. Es ist juristisch nicht immer unproblematisch, Sekten als solche zu bezeichnen. Es gibt da natürlich Ausnahmen, so darf man etwa die japanische Aum Shinrikyo-Sekte, die am 20.März 1995 einen Giftgas-Anschlag auf die Tokyoter U-Bahn verübt hat, getrost als Sekte bezeichnen. Auch die Klon-Sekte der Raelianer oder die chinesische Falungong-Sekte sind derartige Beispiele.
      
    Nun möchte ich allgemein aus meiner Sichtweise etwas über Sekten sagen. Vielleicht sehen Sie das ja ganz anders, aber ich lege hier meine persönliche Auffassung dar.
    Ich möchte mich hier auf christliche Sekten konzentrieren. Es gibt ja viele Religionen, z.B. den Hinduismus, den Buddhismus, das Judentum, das Christentum und den Islam. Wohl jede Religionsgemeinschaft kennt unterschiedliche Strömungen oder auch Sekten. Meine Zielgruppe in diesem Artikel sind jedoch Menschen, die spüren, dass sie mit Jesus auf dem richtigen Weg sind, aber noch nicht wissen, welcher Gruppe sie sich anschließen sollen.
      
    Wenn Sie in irgendeiner Weise Probleme mit Sekten haben, beschränken Sie sich bitte nicht nur auf diese Seite. Suchen Sie Sektenberatungsstellen auf und informieren Sie sich umfassend (wobei auch Sektenbeauftragte natürlich nur fehlbare Menschen sind). Das, was ich hier schreibe, sind nur Anhaltspunkte.
      
    In jedem Fall abzuraten ist von Gruppen, die geheime Lehren haben, die man (eventuell unter Strafandrohung) niemandem außerhalb der Gruppe weitersagen darf. Einerseits ist dies vollkommen unbiblisch, außerdem kann es eine ungeheure psychische Belastung darstellen. Falls die Gruppe Geld für ihre “Glaubenswahrheiten” verlangt (was bei christlichen Sekten eigentlich nie der Fall ist) sollte man ebenfalls aufpassen, da Jesus sagt: “Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst sollt ihr’s weitergeben.” (Matthäus 10,8)
    Gefährlich ist es auch, wenn eine Gruppe ihren Mitgliedern den Umgang mit anderen Glaubensgemeinschaften verbietet, Aussteiger unter Druck setzt, oder wenn sie sich selbst als den „einzig wahren Weg“ zu Gott und alle anderen Christen als „verloren“ bezeichnet.
    Auch halte ich es für kritisch, wenn Kranke nicht zum Arzt gehen dürfen oder als „nicht wirklich wahre Christen“ bezeichnet werden, wenn sie durch Beten nicht gesund werden. Gefährlich ist es auch, wenn eine Gruppe ein bestimmtes Dogma als heilsentscheidend darstellt, also als unbedingt notwendig, um selig zu werden, obwohl dies nicht in der Bibel steht. Oder wenn eine Gruppe verschiedene Bibelstellen, die keinerlei Zusammenhang miteinander haben, zu einem eigenen Weltbild vermengt und daraus z.B. einen Weltuntergangstermin berechnet. Jesus sagt hingegen, daß niemand Tag oder Stunde seiner Wiederkunft kennt, außer Gott selbst.
    Manche Gruppen lehren, daß der Gläubige auf ein Mitglied der Gruppe angewiesen ist, um zu Jesus zu finden. Die Bibel lehrt jedoch, daß wir selber direkt zu Jesus beten können, ohne einen weiteren Mittler. Jesus ist der Mittler zwischen Gott und uns Menschen.  
    Besonders aufpassen sollte man, wenn eine Gruppe eine religiöse Schrift benutzt, die sie als höherwertig im Vergleich zur Bibel bezeichnet oder ohne die man die Bibel nicht wirklich verstehen könne.  
    Auch Neuoffenbarungen von Geistwesen jeglicher Art oder Botschaften aus dem Jenseits halte ich in aller Regel für sehr gefährlich. Oft bekennen diese Geister die allermeisten Bibelstellen, aber einige wesentliche Dinge werden korrigiert oder der Geist stellt sich als genauso wichtig oder gar wichtiger als Jesus Christus dar. Die Bibel warnt uns jedoch eindringlich davor, ein anderes Evangelium als das von Jesus Christus zu predigen.
      
      martin-wagner.org

  5. Da Majo

    Christentum , eine Sekte?

    Hallo Thorben,
    da muß ich sagen, hast Du einen fetten Aufsatz(?) geschrieben (respect).
    Meiner Meinung nach,hat die Bezeichnung Sekte einen höchst negativen touch und degradiert Glaubensansichen/richtungen anderer. Vor allem versetzt dieser Begriff andersgläubige, meist in Schrecken bzw sorgt für eine ablehnende/distanzierte Haltung/Einstellung.
    Meine Eltern sind Zeugen Jehovas.Da unter den ZJ keine kleinkinder getauft werden, bin ich auch kein getaufter ZJ. Meine Parents sind der Meinung, dass ich freiwillig diesem “Glauben”(oder wie die Mehrheit sagt:Sekte”) beitreten soll, allerdings erst,wenn ich mir meine eigene Meinung gebildet hab (Jesus hat sich auch erst mit 30 taufen lassen,falls ich  mich da nicht täuschen tu).
    Ich habe auf anraten mainer Eltern angefangen “täglich” die Bibel zu lesen” (3-5 Kapitel täglich, und man hat die Bibel innerhalb eines jahres durchgelesen-cool) und kurz darauf-zwecks meines schlechten Gewissens,GOTT gegenüber (Gottesfurcht) aufgehört Drogen (hauptsächlich “Gras”, aber -früher,bevor i angefangen hab,Reggae zu machen/spielen und Bibel zu lesen- auch gelegendlich Extasy,Speeds, Koks) zu konsumieren, welche zu meinem “täglich Brot” gehörten (zu meiner -letzten-puren Kifferzeit, 15 Tüten und 8/9 Töpfen der Challice, täglich).

    Bla bla bla, sorry dass i Dich hier so über mich zulaber/schreib. Ich hab Euren Aufkleber ,mit Internetadresse,aufm Cchimsee-Reggae-Summer bekommen und dachte mir gestern:`Hey, schau mal da rein’. Dein Txt empfand ich als sehr informativ  und ich dachte die ganze Nachtschicht darüber nach (bin immer noch wach-09.05 *ggg*-feierabend 06.00)

    Nun stellt sich folgende Frage für mich: Ist das gesamte CHRISTENTUM nicht eigentlich “eine Sekte”?

    Begründung: Jesus stammt vom Stammbaub David’s ab. Jakob segnete doch Juda und sprach, dass das Zepter nicht von ihm weichen würde, bis Shiloh (Jesus) kommt,welchem der Gehorsam “aller Nationen” gehören wird.
    Nun kam Siloh (Jesus) endlich-es ist Jesus, davon bin ich überzeugt- und man bezeichnete seine Anhänger (Apostelgeschichte 28:22 Paulus,vor Juden,in Rom) als “SEKTE”.
    Somit ist der Glaube an Jesus Christus zu einer Sekte  (degradiert) worden, da sie sich vom jüdischen Glauben entfernt/distanziert/weiterentwickelt haben ( die Juden warten immer noch auf’n Messias).

    Demzufolge ist auch das CHRISTENTUM eine SEKTE, oder täusch ich mich da??

    Ps:Thorben, warst Du auch auf’m CRS? Vielleicht hat man sich da ja gesehn.

    One love-peace-RESPECT

    Mario

  6. tinto

    Alles Sekte

    Im Prinzip sind ja alle Religionen Sekten.
    Und das Christentum ist nun mal eine Sekte des Judentums, da aus diesem hervorgegangen, auch andere Sektenmerkmale treffen zu, z.B. dass unbedingter Gehorsam verlangt wird selbst wenn man anderer Meinung ist, einen unfehlbaren Guru gibt es auch (Jesus, obwohl ihm im Katholizismus vom Papst fast der Rang abgelaufen wird) etcetera.
    Natürlich ist schon das Judentum eine Sekte, hervorgegangen aus verschiedenen polytheistischen Religionen (was stark an übernommenen Legenden wie der Sintflut und vielen anderen festgestellt werden kann), aber wie nun die eigentliche Religion unserer Vorvorvor….vorväter aussah, werden wir wohl nie erfahren, was für einen neugierigen Mensch wie mich sehr schade ist.:-(

  7. manus

    Lieber Snowwulf!

    Das stimmt nicht was Du schreibst. Du benützt die Bedeutung des Begriffes wie es im Mittelalter von der Kirche vom ursprünglichen Sinn umgedeutet wurde. Der Begriff hat dadurch auch einen negativen Beigeschmack bekommen. Die Bedeutung heute ist jedoh eine andere. Deshalb solltest Du ihn nur im richtigen Kontext benützen, da Du damit falsche Beschuldigungen und Diskriminierung auspsprichst. Es kann nicht richtig sein sich eine Bedeutung so zurecht zu legen, nur um bestmmte Dinge nicht wahr haben zu wollen.
    In unserem BibelHauskreis bekommen wir auch schon seit längerem Besuch von einem Doktorand der katholischen Theologie und der stimmt uns vollkommen zu, dass wir keine Sekte sind, im Gegenteil, er sagt sogar, dass sich manche Gemeinden eine Scheibe von uns abschneiden können und dass man bei uns deutlich das Wirken des Heiligen Geistes erkennt.

    Es ist heutzutage schon schlimm, wenn man in der Öffentlichkeit nicht mehr über Gott reden darf. Jesus nachfolgen “Ja”, aber darüber reden “Nein”?

    Hier kleine Ausführung:
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    Etymologie
    Zur verbreiteten Voksetymologie: Vorstellung, das Wort Sekte, sei eine Ableitung vom lateinischen secare (trennen, abschneiden)-> Bezeichnung für eine Gruppe, die sich wegen besonderer Lehrmeinung von einer anderen Religion abgespalten haben.

    Im Gegensatz dazu leitet sich das lateinische Wort secta (Lebensweise) vom lateinischen Verb sequi (folgen, nachfolgen) ab und war die Übersetzung des griechischen αίρεσις („hairesis“ – Wahl, Denkweise).
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    Geschichte

    Die nichtchristliche Antike bezeichnete bestimmte philosophische oder religiöse Gruppierungen wertfrei als Sekten. Auch die ersten Christen wurden in diesem neutralen Sinne als „Sekte der Nazarener“, eine Richtung des Judentums bezeichnet.

    Paulus verwendet das Wort αίρεσις „hairesis“ in seinen Briefen für Spaltungen innerhalb der Gemeinde (z. B. 1 Ko 1,10). Diese Spaltungen als solche werden von ihm negativ bewertet, ohne dass er dabei einer bestimmten Richtung unter ihnen den Vorzug gibt.

    In der Alten Kirche wurde der Begriff hairesis dann immer mehr für Abweichungen von der gemeinsamen Lehre der mit einander in Kommunion stehenden christlichen Gemeinden verwendet und im vierten Jahrhundert hatte er dann kirchlich die Bedeutung „Irrlehre“.

    Dieser Begriff wurde dann von der lateinischen Kirche des Mittelalters als secta, Sekte, übernommen. So wurden die Protestanten als secta lutherana bezeichnet und auch im deutschen Sprachgebrauch redete die katholische Kirche noch bis ins 20. Jahrhundert in manchen Texten von Sekten, wenn sie die evangelischen Kirchen meinte. Ich kenne Theolgen, die noch heute diesen Begriff gegen die Protestanten verwenden und den negativen Ballast, der dabei mitgeführt wird, auszunützen.
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    Heutiger Gebrauch des Wortes Sekte
    umgangssprachlich
    Im landläufigen Sprachgebrauch wird mit Sekte oft eine religiöse Gruppe gemeint, die vom Sprecher in irgendeiner Weise als gefährlich oder problematisch angesehen wird.

    In den letzten Jahrzehnten wird diese umgangssprachliche Bezeichnung jedoch von seriösen Quellen mehr und mehr als nicht korrekt gesehen. Meyers Enzyklopädisches Lexikon von 1977 schreibt: „Mit dem Wort „Sekte“ wird heute weitgehend die Vorstellung von etwas Abartigem, Gefährlichem, Widersetzlichem signalisiert.“ und die Frankfurter Allgemeine Zeitung 1994 „Der Begriff ‚Sekte‘ hat heute einen negativen Beigeschmack und wird als ‚Kampfbegriff‘ gebraucht.“

    wissenschaftlich
    Im rechtlichen, soziologischen und religionswissenschaftlichen Kontext wird das Wort heute kaum mehr verwendet. Das Münchner Rechtslexikon schreibt zum Beispiel, der Begriff „Sekte“ habe in staatsrechtlicher Hinsicht seine Bedeutung verloren, da er eine negative theologische Beurteilung enthalte. Der Begriff wurde daher weitgehend durch neutralere Umschreibungen wie Neue religiöse Bewegung, religiöse Sondergemeinschaft, neureligiöse Gemeinschaft oder konfliktträchtiger Anbieter am Lebenshilfemarkt ersetzt.
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    James T. Richardson, Professor für Soziologie an der Universität von Nevada (USA), spricht sich dafür aus, den Begriff in Rechtsfällen zu verbieten, denn „der Begriff trägt einfach zu viel Ballast mit sich herum, um die beiläufige Verwendung in Fällen zu gestatten, die dazu dienen sollen, eine rationale Beurteilung wichtiger Fragen vorzunehmen.“ Des weiteren widerspricht der bewusst herabwertende Sekten-Begriff dem verbreiteten Grundansatz der Religionswissenschaft, wie ihn Tworuschka formuliert: Grundsätzlich ist die Religionswissenschaft um methodische Neutralität und Wertfreiheit bemüht. Dem beschreibenden Charakter einer Religionsdarstellung muss deshalb auch die Bezeichnung für die jeweilige Gemeinschaft entsprechen.

    Willy Fautré, Präsident der Organisation Human Rights Without Frontiers, hat festgestellt: „Außerhalb ihres Bereichs bezeichnen die großen Weltreligionen gewöhnlich alle anderen religiösen Gemeinschaften als ‚Sekten‘ oder ‚Kulte‘ mit all dem negativen Beiklang, der sich aus dieser Wortwahl ergibt. Sie verwenden diese Bezeichnung, um Splittergruppen in ihren eigenen Reihen oder neue religiöse Bewegungen zu charakterisieren, die ihre Theologie oder ihre Vorherrschaft in bestimmten Teilen der Welt in Frage ziehen. … Der Begriff ‚Sekte‘ wird hauptsächlich dann gebraucht, wenn aus den unterschiedlichsten Gründen, zum Beispiel durch fremdartige Handlungen oder zweifelhafte Wertvorstellungen, eine gewisse Spannung zwischen einer neu etablierten religiösen Bewegung und dem religiösen Establishment oder der bürgerlichen Gesellschaft besteht. Dieses Phänomen ist nicht neu, sondern tritt in der gesamten Menschheitsgeschichte immer wieder auf.“ (Human Rights Without Frontiers, European Magazine of Human Rights, 8. Jahrgang, Nr. 2-3/1996, „Bulgarian Helsinki Committee“, S. 6, 7.)
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    Kontroversen

    Das Thema Sekten führt auch immer wieder zu Kontroversen bezüglich Religionsfreiheit, wobei auf der einen Seite Vertreter von religiösen Minderheitsgruppen und Vertreter einer absolut gesetzten Religionsfreiheit jede Einschränkung von religiösen Gruppen scharf verurteilen und auf der andern Seite Vertreter der Rechte des Individuums darauf bestehen, dass auch religiöse Gruppen die Menschenrechte des Einzelnen respektieren müssten.

    Vorwürfe der Missachtung von Menschenrechten ihrer Mitglieder betreffen besonders die Arche-Noah Gemeinschaften. Im Einzelnen kann es dabei gehen um

    Einschränkung der Meinungsfreiheit ihrer Mitglieder, indem Kritik an der Religionsgemeinschaft untersagt ist oder der Zugang zu kritischen Informationen eingeschränkt ist.
    Einschränkung der allgemeinen Meinungsfreiheit indem die Gruppe versucht, kritische Informationen, insbesondere im Internet, zu unterdrücken
    Einschränkung der Religionsfreiheit ihrer Mitglieder, indem starker psychischer Druck gegen ein Verlassen der Religionsgemeinschaft ausgeübt wird (Religionsfreiheit schließt freien Wechsel der Religion ein)
    Lange Gebets- oder Meditationsstunden und/oder Arbeitszeit der Mitglieder für die Gemeinschaft ohne angemessene Entlöhnung und angemessene Freizeit, welche neben dem Ausbeutungscharakter auch dafür sorgt, dass keine Zeit für Außenkontakte oder auch nur zum ruhigen Nachdenken bleibt.
    Religionsinterne Gerichtsverfahren, die dem Standard der Menschenrechte nicht entsprechen
    Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit der Mitglieder
    Laut dem amerikanischen Psychologieprofessor Benjamin Zablocki haben Sekten ein hohes Risiko um ihre Mitglieder zu misbrauchen, teilweise weil die Personensverherrlichung des charismatischen Führers durch die Mitglieder dazu beiträgt daß diese Führer degenerieren aufgrund von der Macht die sie suchen und die ihnen gegeben wird. Zablocki definiert hier eine Sekte als eine ideologische Organisation die zusammen gehalten wird von charismatische Beziehungen und die totalen Einsatz fordert. [1] (http://www.iskcon.com/icj/7_2/72langone.html)

    Laut dem niederländische Professor in Psychologie der Religion Jan van der Lans sind psychologische und soziale Problemen beim Austritt nicht selten, sie sind jedoch bezüglich Charakter und Intensität sehr unterschiedlich.
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    Andere Bezeichnungen
    Dem gelegentlichem englischem Gebrauch, vor allen durch die sogenannten Deprogrammierer, nachfolgend, wird von wenigen Autoren die Bezeichnung totalitäre religiöse Gruppe benutzt. Häufiger wird in der deutschen Literatur, insbesondere von Autoren die den großen Kirchen zuzuordnen sind, die Bezeichnung manipulierende religiöse Gruppe benutzt. Beide Bezeichnungen richten sich gegen Gruppen, denen diese Kritikpunkte vorgeworfen werden:

    Erzeugung psychischer Abhängigkeit der Mitglieder
    Ausbeutung des Vermögens oder der Arbeitskraft der Mitglieder
    Repressalien gegen Aussteiger
    .
    .
    .
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    Kein Punkt trifft auf uns zu.
    Wenn Dir die Ausführung noch nicht reicht, gerne, habe noch mehr davon.
    Eigentlich solltest Du Dich über unsere Aufklärungsarbeit freuen, dadurch können Menschen bewahrt werden.
    Gruß
    Manus

  8. snowwulf

    DAS IST NICHT WAHR..

    Religionswissenschaftlich definiert bedeutet SEKTE: Untergruppe des Christentums.. deshalb ist Soulsavers aus der wissenschaftlichen Betrachtungsweise gleichermaßen eine Sekte, wie die Zeugen Jehovas oder die Jesus-Freaks.

    Nur weil der Volksmund den Begriff negativ aufgeladen hat, bedeutet er doch eigenltich nichts negatives.. Alles was der Volksmund als “Sekte” bezeichnet, ist eigentlich eine Glaubensgemeinschaft, die einen negativen Hintergrund hat….

    Wer mehr wissen möchte, sollte einfach fragen…

    Mit Licht und Liebe Snowwulf

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