Mediensucht – immer mehr Kinder betroffen

Sie verbringen bis zu sechs Stunden jeden Tag vor der Glotze. Für Hausaufgaben, Hobbies oder Treffen mit Freunden bleibt keine Zeit und Lust mehr. Das Übergewicht lässt sich nicht mehr verbergen. Diplom-Psychologen beschäftigen sich mit der immer größer werdenden Anzahl von medienabhängigen Kindern. Im Ostseeheilbad Boltenhagen werden diese Kinder speziell betreut.


Simone Trautsch, die Leiterin dieser Einrichtung, sagt: „Es gibt bislang keine exakte Definition zur Medienabhängigkeit von Kindern, da die Forschung hier noch in den Anfängen steckt. Wenn ein Kind mehr als vier Stunden lang täglich vor dem Flimmerkasten sitzt, dann zeigt es aber bestimmte Symptome wie Konzentrationsschwäche, Gereiztheit oder Schlafstörungen.“


Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt, dass Kinder zwischen zehn und dreizehn Jahren nicht mehr als 90 Minuten täglich fernsehen sollten, und weist gleichzeitig darauf hin, dass der durchschnittliche Fernsehkonsum bei Kindern dieser Altersgruppe bei täglich 108 Minuten liegt.


Das Problem der Medienabhängigkeit ist, dass man den Betroffenen die Suchtstoffe nicht einfach entziehen kann, so wie beim Drogen- oder Alkoholabhängigen, weil Medien ja heutzutage allgegenwärtig sind. Ziel der Therapeuten ist daher, den Abhängigen einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien beizubringen. In dem Heim an der Ostsee ist nur ein einziger Computer für alle vorhanden, der lediglich für E-Mail benutzt werden darf. Der Fernseher bleibt ganz ausgeschaltet. Ein ganzes Team von Ärzten, Psychologen, Pädagogen und Erziehern beschäftigt sich mit den Kindern. Sie sollen zur Kreativität angeregt werden.


Was sich als Schwierigkeit herausgestellt hat ist, dass die Verhaltensmuster der Kinder oft direkt von den Eltern übernommen wurden. Internet und Fernsehen wird als Flucht vor der Realität vorgelebt, geregelte Mahlzeiten finden nur selten statt. Das ist tragisch, denn Diplom-Psychologe Sascha Görlich von der Justus-Liebig-Universität in Gießen fand in seinen Untersuchungen heraus: „Das Wichtigste ist, dass die Eltern Kontrollinstanz sind und als gutes Beispiel voran gehen. Wenn auch sie den ganzen Tag nur Fernsehen gucken, muss man sie knallhart für die Probleme ihrer Kinder verantwortlich machen.“


Weiter meint Görlich: „Diese Sucht ist teuflisch, nichts ist einfacher, als wenn man nur auf einen Knopf drücken muss, um die alten Gelüste wieder zu befriedigen.“


Ich finde, wir sollten Kindern mehr Zeit schenken und ihnen sinnvolle Beschäftigungen geben, bei denen sie Verantwortung und Rücksichtnahme lernen können. Wir sollten selber lernen mit Medien verantwortungsvoll umzugehen um später einmal unseren Kindern ein gutes Beispiel zu sein. Sonst haben wir später lauter medienverseuchte Monster, die sich nicht in die Gesellschaft eingliedern können. Jesus sagt in bezug auf Kinder: „Wenn aber jemand einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Anlass zur Sünde gibt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“ (Matthäus 18,6)

Kommentare

  1. ali

    Das ist der Tod des Alten Menschen:
    „Wenn aber dein rechtes Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so reiss es aus und wirf es von dir. Denn es ist dir besser, das eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
    Und wenn deine rechte Hand dir Anlass zur Sünde gibt, so hau sie ab und wirf sie von dir, denn es ist dir besser, dass eins deiner Glieder umkommt und nicht dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.“ (Matthäus 5:29-30)
    Rechte Hand und rechtes Auge sind die wertvollsten Körperteile des Menschen (Sprüche 7:2; 5.Mose 32:10).
    „Tötet nun eure Glieder, die auf der Erde sind: Unzucht, Unreinheit, Leidenschaft, böse Lust und Habsucht, die Götzendienst ist.
    Um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes. … Jetzt aber legt auch ihr das alles ab: Zorn, Wut, Bosheit, Lästerung, schändliches Reden aus eurem Mund.
    Belügt einander nicht, da ihr den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bilde dessen, der ihn erschaffen hat.“ (Kolosser 3:5-10)
    „Die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan, sie kann das auch nicht. Die aber, die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein. Ist aber Christus in euch, so ist der Leib zwar tot der Sünde wegen, der Geist aber Leben der Gerechtigkeit wegen. …
    Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben, wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben. Denn soviele durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes.“ (Römer 8:7-14)
    Vielleicht ist es das, was Jesus meint, wenn er sagt: „Wer sein Leben (eigentlich griech. psychä = Seele, Leben, der Sitz der Gefühle, Wünsche, Triebe) findet, wird sie verlieren, und wer seine Seele verliert um meinetwillen, wird sie finden.“ (Matthäus 10:39)
    Es ist wichtig, dass Jesus von uns nicht nur erwartet, dass wir bereit sind, unsere Seele zu verlieren, sondern dass wir sie tatsächlich verlieren! Wir gehen mit der Nachfolge also nicht ein Risiko ein, dem wir mit etwas Glück entrinnen können, sondern wir werden mit Sicherheit unsere „Seele verlieren“. Damit ist wieder eine Geisteshaltung gemeint, nämlich das Loslassen innerer Wünsche (z.B. Partnerwunsch) und Ängste (z.B. vor Krankheit oder Ablehnung).

  2. Oelzweig

    Mt 18,8

    Passt zwar nicht zum Artikel, aber im 18ten Kapitel Mt geht es weiter mit dem berühmten Vers „Auge ausreißen und wegwerfen“ usw.
    Wie ist das zu deuten? Das kann ja nicht wörtlich gemeint sein.

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