Jaco Pastorius – Die Basslegende

Irgendwo in Florida tritt ein Betrunkener gegen die Glastür des Midnight Bottle Club, nachdem ihm der Eintritt verweigert wurde. Das war wohl zuviel für den Clubbesitzer, der daraufhin auf den Störenfried brutal losprügelt. Der ist längst bewußtlos, was den Clubbesitzer aber nicht davon abhält weiter in sein Gesicht zu schlagen. Vor der Tür bleibt ein blutiges Bündel von Mensch vier Stunden lang liegen, bevor ihn jemand ins Krankenhaus bringt. Das war war am 12. September 1987. Nach neun Tagen im Koma stirbt der Mann. Sein Name war Jaco Pastorius, der größte E-Bassist, den es je gab.
John Francis Pastorius erblickte am 1. Dezember 1951 das Licht der Welt. Sein Spitzname war Jaco. In seiner Familie spielte Musik eine wichtige Rolle, aber Jaco interessierte sich zunächst nur wenig dafür. In der Grundschule war er bekannt für sein zeichnerisches Talent, doch seine eigentliche Begeisterung galt dem Sport, besonders Football, Basketball und Baseball. Er fing an in einer Band, die sich ‘The Las Olas Brass’ nannte, Schlagzeug zu spielen. Ein Sportunfall zwang ihn, mit dem Schlagzeug aufzuhören und weil der Bassist zur gleichen Zeit die Band verließ, übernahm Jaco kurzerhand den Bass und spielte schon nach zwei Wochen besser wie sein Vorgänger. Sein Bruder Greg erinnert sich, daß Jaco immer Fingerübungen machte, wenn die Familie gemeinsam vor dem Fernseher saß. Später ging er auf die Universität in Miami und unterrichtete bald selbst. Zu dieser Zeit war Jaco absolut clean und Leute, die tranken, lachte er sogar aus.
Jacos Karriere war von Anfang an steil. Durch seine besondere Spielart, seinem individuellen Sound und das Experimentieren mit Effekten, wurde er schnell zu einem der gefragtesten E-Bassisten der Jazz Szene in den 70er und 80er Jahren. Schon auf seinem Debutalbum finden sich nur Topmusiker wie z.B. Herbie Hancock. Abgesehen davon spielte er bei vielen Aufnahmen mit und das nicht nur in Jazzkreisen.
Irgendwann traf Jaco dann auf Joe Zawinul, den Begründer und Keyboarder der Jazz Fusion Band ‘Weather Report’. Kurz vor einem Autritt gab Joe dem jungen Jaco, der bis dahin nie getrunken hatte, einen Drink. Schon nach dem zweiten Drink fing Jaco an, sich komisch zu benehmen und warf Gegenstände herum. Joe merkte sofort, daß er einen Fehler gemacht hatte. Jaco verfiel dem Alkohol und den Drogen. Er bekam psychische Probleme und sein Bassspiel litt unter dem Drogenkonsum. Eine zeitlang ließ er seine psychischen Probleme mit Tabletten behandeln, doch weil er meinte, die Freude am Bassspielen zu verlieren, setzte er sie wieder ab und stürzte sich erneut in Alkohol und Drogen. Teilweise führte er sich auf wie ein Verrückter. Weil das Management für eine Tour in Deutschland versagte, sprang er 1985 vor Wut aus dem zweiten Stock eines Hotels und verletzte sich schwer. Wegen seiner Aussetzer, seines Nachlassens beim Spielen und seines Drogenkonsums wollte bald niemand mehr etwas mit dem "Bass-Gott" zu tun haben. Diejenigen, die ihn einst feierten, wandten sich nun ab, da er für ihre Karriere nicht mehr dienlich war. Die Plattenfirma kündigte ihn, die Jazzszene schloß ihn aus, von seiner Familie und seinen Freunden distanzierte er sich. Schließlich stand Jaco alleine da. In den letzten Jahren spielte er kaum noch, wollte aber noch ein Album herausbringen, das er bereits 1981 aufgenommen hatte, doch keine Plattenfirma traute dem "besten Bassisten der Welt" noch zu, das Album zu promoten, geschweige denn live aufzutreten. Am 12. September 1987 schlich er sich auf die Bühne bei einem Santana-Konzert, wurde rausgeschmissen und machte sich anschließend auf den Weg zum Midnight Bottle Club, wo er auf seinen Mörder stieß.
Jaco Pastorius war ein Perfektionist. Er diskutierte gerne über Autos, Musik, Sport und Kunst. Alles, was er anfing, sollte so gut wie möglich werden. Er hob den Bass aus der Rolle des reinen Begleitinstruments hin zum Soloinstrument. Jacos Sound und Spiel gilt bis heute als unerreicht und er ist für viele Bassisten ein Vorbild. Zu Lebzeiten litt er darunter, daß ihm ein Ruhm, wie ihn beispielsweise Pianisten genießen, verwehrt blieb. Trotzdem hat Jaco Pastorius viel erreicht, doch Anerkennung und Ruhm blieben nur solange er als Musiker funktionierte. Als ihm der Alkohol ein Bein stellte, wandte sich die Welt ab und sein erst so erfolgreiches Leben endete in der eigenen Blutlache am Straßenrand in Miami. Ganz alleine.
In der Welt zählt Ansehen und Erfolg alles. Bei Jesus Christus gibt es kein Ansehen der Person. Du bist für ihn unendlich wertvoll, egal ob du nun der beste Bassist bist, oder ob du als Alkoholwrack auf der Parkbank schläfst. Jesus Christus hat am Kreuz an dich gedacht und hat deine Sünden auf sich genommen, damit du – wenn du an ihn glaubst – nicht alleine sterben mußt, sondern ewig lebst!
Denn was wird es einem Menschen helfen, wenn er die ganze Welt gewinnt und sein Leben verliert?

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