Michael Beyerlein, vom Rechtsradikalen zum Flüchtlingshelfer, vom Fremdenhasser zum aktiven Flüchtlingshelfer.

Michael Beyerlein im Gespräch mit Uwe Heimowski

Vom Saulus zum Paulus. Das gibt heute noch. Er war kein kleiner Mitläufer, sondern ein mittelgroßer Funktionär, der es bei den Rechten bis zum Bezirksvorsitzenden geschafft hatte. Dieser Mann tut jetzt mehr für das christliche Abendland als tausend kritische Atheisten, die genau das Gegenteil der christlichen Botschaft skandieren.

“ Zurück in die Zeit, bevor Michael Beyerlein sich wandelte, Ende der Neunziger, zu jenem Tag, der für sein Leben im Nachhinein eine komplette Kehrtwende bedeutet: Es war der Tag, an dem Beyerlein dem Freund eines Freundes begegnete. Gordon hieß der, und Gordon kam aus Kanada und war christlicher Missionar. Er und Beyerlein begegneten sich nur, weil er mit dem gemeinsamen Freund eine Autopanne hatte. Beyerlein half, das Auto abzuschleppen, Gordon lud Beyerlein ein, einmal mitzukommen ins Flüchtlingsheim.

Beyerlein weiß heute nicht mehr genau, weshalb er diese Einladung annahm, vermutlich nur, weil sein Freund dabei war. Er dachte sich jedenfalls nicht viel dabei. Aber was er bei seinem ersten Besuch in einem Erstaufnahmelager sah, weiß er noch genau. Es war ein Saal, groß wie eine Turnhalle, Bett an Bett, mehrere Reihen. Von der Decke hingen Wolldecken, als Ersatz für Trennwände zwischen den Flüchtlingsfamilien. Privatsphäre gab es nicht. Es stank. Ein Bild des Grauens, erinnert Beyerlein.

Trotzdem wollten die Menschen aus dem Sudan und Ex-Jugoslawien mit ihm und Gordon eine Flasche Orangensaft teilen und einfach mit den Besuchern reden. Das war der Anfang vom Ende seiner politischen Karriere bei den Republikanern.

Beyerleins Geschichte klingt ein wenig wie aus einem Bollywood-Film oder einem Roman von Rosamunde Pilcher geklaut, fast zu gut, um wirklich wahr zu sein. Aber er sagt, dass alles wahr ist, dass es genau so kam, dass er sich nach dem Besuch im Erstaufnahmelager mit Gordon anfreundete, dass Gordon ihm eine Bibel schenkte, dass er sich in den Wochen danach, immer wenn er eine Pause mit seinem Bus machen musste, im Fahrersitz zurücklehnte, in der Bibel blätterte und schließlich sein Leben vom Kopf auf die Füße stellte.

Beyerlein kündigte erst bei den Republikanern, dann seinen Job als Busfahrer. Im Jahr 2001 ließ er sich taufen. Ein Jahr später studierte er an der Freien Theologischen Fachschule Breckerfeld im Sauerland. Er wurde Pastor, predigte in verschiedenen Kirchen und spürte durch seinen Glauben etwas, was er von seinen Eltern nicht kannte: „das Gefühl, geliebt zu werden“. So einfach sagt er es. Es ist einer dieser pathetischen Sätze, die aus seinem Mund gar nicht pathetisch klingen….

Fast am Ende dieses Abends in der Eigenheimsiedlung im Vorort von Chemnitz zitiert Michael Beyerlein dann noch aus der Bibel. Er sagt, dass Jesus selbst ein Flüchtling war, der in Ägypten Asyl bekam. Und irgendwie jeder Mensch irgendwann in seinem Leben einmal Asyl beantragen wird.“ www.zeit.de/gesellschaft/…tegration-sachsen/seite-2

50 Jahre Satisfaction von den Rolling Stones.

 

“ Es kursieren Legenden, die so unglaubwürdig klingen, dass sie schon wieder wahr sein könnten. Eine geht so: Keith Richards erwacht mitten in der Nacht und ein Güterzug donnert in seinem Kopf. Er ist sauer. Unterwegs auf US-Tour mit Jagger & Co., hat der damals 22-jährige Gitarrist wie meistens zu tief ins Glas geschaut. In dem schäbigen Motel in Clearwater allerdings dreht sich der Musiker nicht gleich wieder um und schnarcht weiter. Er greift zu seinem Instrument, drückt den Kassettenrekorderknopf und zupft jene fünf Töne, die nicht nur die Musikwelt verändern sollten. Dazu murmelt er „I can’t get no satisfaction“. Dann pennt er wieder ein. Am nächsten Morgen hat er die Eingebung und seinen Frust völlig vergessen. Wovon er geträumt hat, spielt keine Rolle. Vielleicht ist es besser, es bleibt im Dunkeln. Nur wundert sich der Brummschädel, dass sein Aufnahmegerät immer noch „Standby“ zeigt. Er spult das Band zurück und hört seine verschlafene Stimme und jene Noten, die Geschichte schreiben und den Rolling Stones ihre bis dato erfolgreichste Single und einen der wichtigsten Rocksongs aller Zeiten bescheren sollten.

Als Mick Jagger dann das Fragment hört, spürt er das Potenzial. Keith Richards selbst hält nichts von seinem Song. „Das klang alles zu simpel, zu folkig. Es erinnerte doch stark an ’Dancing in the Street’ der Motownband Martha and the Vandellas, das wir auf den langen Fahrten zu den US-Konzerten im Tourbus so oft gehört hatten“, blickt der 72-jährige zurück.

Mick Jagger und Manager Andrew Oldham setzen sich letztlich durch. Der Titel wird aufgenommen und basta. „Satisfaction“ ist das erste Lied, das sie in den USA einspielen. Aber es dauert 25 Stunden, bis alles im Kasten ist.

Am 6. Juni vor 50 Jahren kommt die Single in den USA auf den Markt und ist die erste von insgesamt acht Nummer-1-Singles der Rolling Stones. Von jetzt an wird alles anders. „Satisfaction“ bedeutet für die großen Kontrahenten der Beatles den entscheidenden Augenblick ihrer Karriere.

Die Veröffentlichung wird zum Sommerhit 1965, weil er eben ganz anders klingt als die Hitparadenliedchen von den Supremes, den Herman’s Hermits, den Four Tops oder den Beatles aus jenem Jahr. Das von Charlie Watts vorgelegte Tempo, Keith’s Bassgriff, der mit Hilfe einer Gibson-Fuzzbox verzerrt wird, so dass die Gitarre wie eine Orgel klingt, und nicht zuletzt Jaggers rotzfrecher Text und atemlose Performance vermitteln eine nie zuvor gehörte Mixtur aus Sex und Rock.

„Satisfaction“ ist genau die Musik, die auf den damals modernen, winzigen Transistorradios – der oft einzigen Verbindung zwischen Jugend und Popkultur abgeht wie Lutzi. Jagger beschwört das überschäumende Testosteron und die heilende Kraft von Sexualität und Revolte.

Beim Auftritt der Band auf der Berliner Waldbühne stolziert der Frontmann im Stechschritt zu den Klängen von „Satisfaction“ über die Bretter und provoziert zerschlagene Stuhlreihen und demolierte Autos. Provoziert fühlt sich aber auch die Erwachsenengeneration.

Der Text wird als bedrohlich empfunden, weil er festgefahrene Denkweisen in Frage stellt. Jener Part, in dem es um Probleme des Liebeslebens geht, fällt im amerikanischen Fernsehen der Zensur zum Opfer. Viele amerikanische Radiosender schneiden die letzte Strophe („Come back next week, can’t you see I’m on a losing streak“) ganz heraus, weil sie glauben, sie beschäftige sich mit Menstruation.

Erstmals wird der Song auf der Amerikatournee 1965 von einem Sender gespielt und Richards ist sauer: „Irgendwo in Minnesota hörte ich uns im Radio – als Hit der Woche. Wir hatten gar nicht mitbekommen, dass die Plattenfirma das Scheißteil veröffentlicht hatte. Zuerst schämte ich mich halb zu Tode. Für mich war es damals nur eine schwache Rohfassung“. Aber die schafft es dann doch hoch in die Charts.“ https://www.badische-zeitung.de/kultur-sonstige/satisfaction-von-den-rolling-stones-ein-song-und-seine-geschichte–105763998.html

„Satisfaction“, der Welthit der Rolling Stones, feiert 50.Geburtstag. „I Can’t Get No Satisfaction“ heißt wörtlich übersetzt: „Ich finde keine Befriedigung.“ Heute kann man sagen, es war die Geburt eines der mächtigsten Songs der Welt. „(I can’t get no) Satisfaction“ wie der Titel genau hieß, war die akustische Granate die den bis dahin jugendlichen Traum von einer besseren Welt zu einer Revolte werden ließ, es war eine Art Marseillaise der späteren 68er Generation, Taktgeber, Einpeitscher und Hymne. Oder wie „Newsweek“ später schrieb „fünf Noten, die die Welt erschütterten.“ (Stern.de) Die Stones lieferten somit den Soundtrack für die gesellschaftliche Entwicklungen unserer Zeit. Am 12. Dezember 2003 wird Rolling Stones Frontsänger Mick Jagger von Prinz Charles zum Ritter geschlagen. Das online-Musikmagazin laut.de schreibt, dass mit dem Ritterschlag Mick Jaggers Sex, Drogen und Rock ‘n’ Roll nun wohl gesellschaftsfähig geworden sind.
Und doch musste der nun 72-jährige bereits 1965 zugeben: „I can’t get no satisfaction.“ Trotz Ruhm, Geld und zahlreicher Affairen findet er keine Befriedigung. Bis heute. Wahres Leben gibt es eben nur von Gott.

Am 8. August wäre Prof. Dr. Carsten Peter Thiede 63 Jahre alt geworden.

Die Schriftrollen vom Toten Meer – In einem Höhlensystem in der Nähe von Jericho am Toten Meer entdeckten Beduinen 1947 auf der Suche nach einem Schaf (oder nach versteckten Waffen) etliche alte Schriftrollen, zum Teil in Tonkrügen. Sie weckten schnell das Interesse von Archäologen, Papyrologen und Historikern, denn einige stammten aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. Bis 1956 wurden in diesen elf Höhlen von Qumran mehr als 900 Schriften und Fragmente geborgen, darunter gut erhaltene aus Pergament wie auch winzige Schnipsel aus Papyrus.

Nackte Brüste, Schnaps, Bier, Schlamm und Schwermetall. Wacken ging heute los. Vielen geht es ähnlich wie unserem Freund hier.

„Bevor man die Welt verändert, wäre es vielleicht wichtiger, sie nicht zugrunde zu richten.“
Paul Claudel
 
„Wir gehen mit dieser Welt um, als hätten wir noch eine zweite im Kofferraum.“
J. Fonda
 
„Früher oder später, aber gewiss immer, wird sich die Natur an allem Tun der Menschen rächen, das wider sie selbst ist.“
Johann Heinrich Pestalozzi

Drunk in the mud of Wacken.  Auf welchem Grund stehst du ? Auf Schlick und Schlamm? Oder auf festem Grund, auf Jesus? Hört die gute Botschaft:

„Er hat mich heraufgeholt aus der Grube des Verderbens, aus Schlick und Schlamm; und er hat meine Füße auf Felsen gestellt, meine Schritte fest gemacht.“ Ps. 40