Kurz gesagt: Ja, Wunder sind möglich – weil es Gott gibt. Wer an einen Schöpfer glaubt, der getrennt von seiner Schöpfung existiert, für den kann Gott jederzeit in seine Welt eingreifen. Wunder sind ungewöhnlich, aber nicht unmöglich. Das größte Wunder ist die Auferstehung Jesu, und jedes Mal, wenn Gott einen Menschen rettet, greift er von außen in dessen Leben ein.
Warum sind Wunder überhaupt möglich?
Wenn das Universum nicht aus sich selbst entstanden ist, sondern von einem Schöpfer erschaffen wurde, dann sind Wunder grundsätzlich möglich. Pioniere der Physik wie Kepler, Newton, Faraday und Galilei waren überzeugte Christen. Für sie stand fest: Gott kann die Regelmäßigkeiten, die er eingerichtet hat, auch jederzeit durchbrechen („Sind Wunder möglich? Ja, weil es Gott gibt.“).
Wunder sind nur dann unmöglich, wenn das Universum ein geschlossenes System ist und es außer ihm nichts gibt. Existiert aber Gott als Schöpfer, verschieden von seiner Schöpfung, dann sind Wunder nicht nur möglich, sondern zu erwarten, sobald er in die Geschicke der Menschen eingreift. Der Artikel „Wer als Wissenschaftler sagt, es gibt keine Wunder …“ folgert: Wer an Gott glaubt, glaubt an Wunder.
Hat die Wissenschaft Wunder nicht widerlegt?
Nein. Wissenschaft untersucht natürliche Vorgänge. Ein Wunder ist per Definition übernatürlich. Darum kann die Wissenschaft es weder erklären noch widerlegen (Quelle). Der Oxforder Mathematiker John Lennox vergleicht das so: Wenn ein Dieb aus einer Geldsumme einen Teil entwendet, bleiben die Gesetze der Arithmetik bestehen. Er greift lediglich „von außen“ ein. Genauso verletzt Gott keine Naturgesetze, wenn er etwa Jesus von den Toten auferweckt. Und um ein Wunder überhaupt zu erkennen, muss man das Naturgesetz kennen: Tote bleiben tot (Quelle).
Warum erleben wir Wunder dann so selten?
Der Schriftsteller G. K. Chesterton schrieb, dass wir nicht mit dem Wunder rechnen, nicht weil es unmöglich ist, sondern weil es die Ausnahme bildet. Wunder sind also ungewöhnlich – aber nicht unmöglich. Wer Wunder grundsätzlich ausschließt, macht oft nur seine eigene Alltagserfahrung zum Maßstab dessen, was möglich ist („Wunder sind ungewöhnlich – nicht unmöglich.“).
Ein Beitrag von Klaus Baschang erinnert zudem: Die Welt, die wir messen können, ist nur ein Teil der Wirklichkeit. Gottes Welt ist unendlich viel weiter. Wunder haben Folgen – auch im Menschenleben, „sogar im ganz schlichten Alltag“ („Gibt es also doch Wunder?“).
Welches Wunder ist das wichtigste?
Der christliche Glaube steht und fällt mit der Auferstehung Jesu (Quelle). Paulus schreibt: „Ist aber Christus nicht auferstanden, so ist unsre Predigt vergeblich, so ist auch euer Glaube vergeblich“ (1. Korinther 15,14). Wenn die Auferstehung geschehen ist, dann kann Gott auch Blinde sehend machen und Kranke heilen. Die Jünger waren übrigens keine leichtgläubigen Menschen: Sie erschraken, als Jesus auf dem Wasser ging (Matthäus 14,26), und hielten den Auferstandenen zuerst für einen Geist (Lukas 24,37).
Jesu Wunder hatten ein Ziel: Sie sollten zeigen, dass er der verheißene Messias ist und retten kann („Was steckt hinter den Wundern Jesu?“).
Führen Wunder automatisch zum Glauben?
Nein, sagt der Artikel „Führen Wunder zum Glauben? Die Bibel sagt nein.“ Viele sahen Jesu Zeichen und glaubten trotzdem nicht an ihn (Johannes 12,37). Andere glaubten nur mit dem Kopf, nicht mit dem Herzen. Jesus sagt: „Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie auch nicht glauben, wenn jemand von den Toten aufstünde“ (Lukas 16,31). Die biblischen Berichte sind aufgeschrieben, „daß ihr glaubet, Jesus sei Christus, der Sohn Gottes, und daß ihr durch den Glauben das Leben habet in seinem Namen“ (Johannes 20,31).
Häufige Anschlussfragen
Würde ich glauben, wenn ich heute ein Wunder sähe?
Nicht unbedingt. Schon zur Zeit Jesu blieben die meisten trotz vieler Zeichen unbeeindruckt (Quelle).
Wäre ein wissenschaftlicher Gottesbeweis nicht wünschenswert?
Nach Klaus Baschang nicht: Dann wäre Glaube eine Frage der Intelligenz, und weniger Begabte blieben außen vor (Quelle).
