Liebe…

Es ist eine Geschichte, die das Herz berührt: 1938 lernten sich Fred und Lorraine kennen. In einem Restaurant, in dem sie kellnerte. Es funkte, man verliebte sich – zwei Jahre später läuteten die Hochzeitsglocken. 75 Jahre lang ging das Ehepaar aus dem US-Bundesstaat Illinois Hand in Hand, teilte Freud und Leid. Doch 2013 wird diese Liebe auseinander gerissen, als Lorraine stirbt.

Wenige Wochen nach dem Tod seiner großen Liebe erfährt der 96-Jährige von einem Talentwettbewerb, bei dem junge Musiker ihre Songs bei YouTube hochladen sollen. Auch Fred reicht einen Liedtext ein – per Post. Denn Fred ist von seinen Sangeskünsten nicht überzeugt, schreibt stattdessen auf einen Zettel: „PS: Ich kann nicht singen, würde die Leute nur verängstigen – ha, ha!“

Deshalb schickte er nur die Worte. Worte, durch die der Witwer in dem Song „Oh sweet Lorraine” die Trauer verarbeiten möchte. “Oh, süße Lorraine, ich wünschte, wir könnten die guten Zeiten von Neuem erleben”, heißt es in den Zeilen.

Fred gewann zwar nicht den Wettbewerb – dafür aber die Herzen tausender YouTube-Nutzer. Denn: Ein Musikproduzent wurde auf den 96-Jährigen und seine Geschichte aufmerksam, nahm den Song kurzerhand mit anderen Sängern auf – und auch Fred soll mitgewirkt haben. Das Lied wurde mit Bildern von Lorraine zu einem Video zusammengelegt und auf YouTube hochgeladen. Als der Witwer den Song zum ersten Mal hört, steigen ihm die Tränen in die Augen.

Mittlerweile haben schon über 400.000 Menschen das Video auf YouTube gesehen, Fred wurde zum Internet-Star erkoren. Der Witwer ist begeistert: „Es ist einfach wundervoll! Lorraine würde es freuen.“

A Letter From Fred – “Oh Sweet Lorraine” An Amazing Song Written by 96 year-old!

 

Wenn menschliche Liebe so schön ist, wie wunderbar muss dann erst göttliche  Liebe sein?! Vor 2000 Jahren schrieb der Apostel Paulus einen der bewegendsten und tiefgründigsten Texte über die Liebe, die diese Welt jemals hervorgebracht hat:

Das Hohelied der Liebe

1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.
2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.
3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen und hätte die Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze.
4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,
5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,
6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit;
7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

8 Die Liebe hört niemals auf,…

(Die Bibel, 1.Korinther 13, 1-8)

Quelle: www.tz-online.de/aktuelle…-youtube-hit-3079365.html

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Was versteht man unter Liebe?

Was bedeutet Liebe für uns? Es gibt sicherlich unterschiedliche Vorstellungen von Liebe. Der eine sagt: „Ich liebe dich!“ um eine Frau ins Bett zu kriegen und sie zwei Wochen später wieder zu verlassen. Der andere verspricht zu lieben „bis dass der Tod uns scheidet“ und stellt dann fest: „Ich liebe eine Andere. Ich verlasse dich.!“

Liebe ist die Ursache unseres größten Glücks, auf  der anderen Seite führt Enttäuschung in der Liebe zu den größten seelischen Schmerzen, die wir erfahren können. Ohne Liebe ist wohl kein Mensch überlebensfähig. Liebe lässt uns am Leben.

Was genau ist nun Liebe, die bessere Qualität hat? Ist es das, was sich anfühlt wie Schmetterlinge im Bauch oder schneller Sex, der die aufflammende Lust sofort befriedigt? Ist die perfekte Liebe ein Partner, der allen meinen Traumvorstellungen entspricht?

Die Griechen können in ihrer Sprache ein differenzierteres Bild der Liebe zeichnen. Bei ihnen gab es nämlich drei Begriffe für unser Wort „Liebe“.

Die eine Art der Liebe wird „eros“ genannt. Liebe die darauf reduziert ist macht aus Personen Objekte, die den eigenen Hunger nach Liebe und Befriedigung stillen sollen. Sie wird als wahllos, treulos und weitherzig beschrieben. Sie äußert sich in einer Art Rausch, der Verstand setzt aus und wird zum Sklaven der Lust.

In dieser Art der Liebe suchen wohl die Meisten der heute lebenden Menschen ihr Glück. Diese Liebe kennt keine Verpflichtungen, Grenzen oder Einschränkungen. Man nimmt sich einfach das, was man möchte. Übersehen wird dabei die Kehrseite der Medaille: Zerbrochene Ehen, unglückliche Scheidungskinder, Leid und Kummer.

Eine andere Art der Liebe nennt sich „philia“. Sie ist fürsorglich und existiert unter Freunden. So viel Liebe, wie man gibt, empfängt man in der Regel auch. Zwei Partner haben hierbei eine gemeinsame Basis und lieben den anderen, weil sie erwarten zurückgeliebt zu werden. Es geht hierbei also mehr um das „Geliebt sein“ als um „jemanden lieben“. Die Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Toni Morrison sagt über eine derartige Begrenzung der Liebe: „Diese Idee von Liebe ist maßlos. Und sie ist infantil.“

Das Problem an dieser Sorte Liebe liegt auf der Hand, der Bereich der gemeinsamen Punkte, auf denen diese Liebe aufgebaut ist, kann sich ändern und damit fällt das Fundament, dass diese Liebe getragen hat in sich zusammen. Oder aber, ein anderer besserer Partner wird gefunden, der geeigneter scheint, mich zu lieben.

Bei so einem zentralen Thema wie Liebe kommen wir nicht umhin, einen Blick in das bedeutendste Werk der Weltliteratur zu werfen. Auffällig ist, dass in der Bibel nur selten von eros und philia gesprochen wird. Meistens taucht die agape-Liebe auf. Diese Liebe ist ein Charaktermerkmal Gottes. Sie zeigt sich als Gott ein Volk, nämlich Israel auserwählte und sich entschied, sie zu lieben. (5. Mose 7,13)

Weiter hat sich diese Liebe darin gezeigt, dass Gott die Menschen so sehr geliebt hat, dass sein Sohn Jesus Christus für sie gestorben ist und das, obwohl er wusste, dass viele dieses Angebot ablehnen würden. (Römer 5,8)

Diese Liebe erwartet keine Gegenhandlung. Sie ist bedingungslos. Die Liebe geht von ihm aus und ist ein Geschenk.

Diese Liebe stellt Gott in der Bibel als Vorbild für die Liebe der Menschen untereinander hin. Diese Liebe ohne Warten auf Lohn oder Dank kann nur derjenige wirklich weitergeben, der diese göttliche Liebe für sich angenommen hat.

Demnach führt uns die Suche nach der vollkommen Liebe zu Gott. Gottes Liebe zeigt sich in Taten und in der Entscheidung uns Menschen dazu. Sie ist stärker als Gefühle, denn die können sich jederzeit ändern.

 

Kommentare

  1. ali

    Es ist eine so verkehrte Denkart, zu meinen, wenn Leiden und Verfolgungen über Dich kommen, dass Gott Dich verlassen hat. Gott hat Dich nicht verlassen! Das Gegenteil ist der Fall. Gott ist Dir ganz nahe um Dir zu helfen. Vielleicht wirst Du verfolgt werden. Verfolgt von Nöten, Krankheiten, Unannehmlichkeiten, Schwierigkeiten oder auch von Menschen, die Dich hassen, weil Du Christ bist, aber immer wirst Du erleben, Du bist nicht allein! Selbst wenn Du ganz am Boden bist, niedergeworfen, fast nicht mehr weiter weißt, darfst Du wissen, der Herr JESUS, unser Gott, ist da, um Dir zu helfen. ER hat Dich nicht verlassen! Du musst nicht umkommen! Nein, schaue auf den Herrn JESUS, Deinen Erretter, ER ist bei Dir, um Dir zu helfen!

  2. SimonFG

    Genervt vom Abstrakten

    Ich erlebe leider Gott viel zu abgehoben, so dass ich
    schwer eine persönliche Beziehung aufbauen kann. Ich habe in mir in meiner Seele eine große Wärme und Stärke, aber mein Leben ist sonst sehr unaufgeräumt und  das obwohl ich seit einem Jahr zur Gemeinde gehe.
    Ich lerne monatelang für gewisse Prüfungen und es kommt nichts heraus. Ich kämpfe jeden morgen um  aus dem Bett zu kommen, ich schreie zu Gott, weil ich ihn oft hasse, dass er mir dies zumutet. Ich habe kein Vertrauen in die Zukunft, ich habe keine Ausbildung fertig, keine Arbeit und ich verachte diesen ganzen Turbokapitalismus. Überall geht es nur um Geld, Karriere und Leistung. Ich versuche mit allen Kräften aus mir das nötigste zum Leben heraus zu pressen, aber ich muss so kämpfen!!  Nichts wird einem geschenkt und alte Bekanntschaften lösen sich sehr schnell auf

    Wie lange kann ich dies noch aushalten. Es ist unfair !!

  3. ali

    ja,die wahre liebe gibt es eben nur bei gott, nicht bei uns menschen. bei uns gibts nur die film -und schlagerliebe, die scheinbare liebe, die ihre partner behandelt wie stinkende socken.nach dem motto: die liebe kommt, die liebe geht, sie geht vom einen zum andern. nur
    die liebe gottes macht uns gesund
    ali

  4. kueken

    welche Liebe ist die richtige

    Die Frage die der Artikel stellt, st doch, welche Art der Liebe die richtige ist?

    Dabei gibt der Artikel eine schöne Hilfestellung, indem er nicht das ungenaue deutsche Wort benuzt, sondern, die genaueren und in ihrer Bedeutung auch ausagekräftigeren griechichen Begriffe
          
                eros philia agape

    Zwischenmenschlich kann man am besten eros und philia umsetzen, agape ist schwer wenn nicht sogar unmöglich zwischenmenschlich umzusetzen. Denn derjenige der die agape lebt wird zu schnell ausgenutzt und laugt sich psyschich aus, da er von den meisten Menschen keine positive Resonanz auf diese Art der Liebe bekommt. Daher sollte die agape eher in Glaubensdingen gebraucht werden oder von solchen Menschen die in den Dienst der Kirche berufen wurden.

    Philia ist die schönste Art der Liebe. Gegenseitig – ergänzend. Nicht infantil oder naiv. Doch infantil und naiv, da das die gängige Beschreibung von Verliebten ist, ist diese Art der Liebe unverdorben und unschuldig.

    Eros für sich allein ist nichs als ein hohles Gefühl, eine Leere die gefüllt werden will und so nicht gefüllt werden kann.

    Was aber ist eros in Verbindung mit anderen?  
    Was ist wenn sich eros mit philia verbindet?

    Eros mit anderen Arten der Liebe verbunden kann etwas ganz anderes werden als eros allein ist.
    Wenn eros sich mit philia verbindet entsteht daraus die gegenseitige Liebe, die sich auch in ein körperliches Verlangen und scheinbar unbändige Lust äußern kann. Eros erhält dadurch für sich untypische Attribute:

              Liebe – Verbindlichkeit – Treue.

    Das was in der Ehe gelebt werden sollte, das was die  Ehe ausmacht.

    Nun sehen wir der Realität ins Auge: Kaum ein Gläubiger lebt das was die Kirche unter Ehe versteht und kaum ein Gläubiger geht so in die Ehe wie er es sollte. Hier soll man nicht verzweifeln, wenn man so lebt, wie man nicht sollte: vorehelicher Geschlechtverkehr um nur eins zu nennen. Wenn man dies aber in gegenseitiger philia tut und sich auch bewußt ist, das das Verbindlichkeit und Treue bedeutet, ist das nicht verwerflch. Verwerflich wäre dieses Verhalten, wenn man dies verantwortungslos und treulos auslebt. Eben so wie eros definiert wird.

  5. ali

    Leitvers: Lukas 7,36-39+47; Lukas 10,38-42; Johannes 11

    Inhalt
    Einleitung
    I. Das Aufwecken der Liebe (Lukas 7, 36-39. 47)
    II. Die Aufrechterhaltung der Liebe (Lukas 10, 38-42)
    III. Das Vertiefen der Liebe (Johannes 11)

    Einleitung
    Wie gesegnet ist es, in Christus einen Freund gefunden zu haben, der uns mit einer Liebe liebt, die uns nicht loslässt, wie es in dem Wort heißt: „da er die Seinigen, die in der Welt waren, geliebt hatte, liebte er sie bis ans Ende“ (Joh 13, 1).

    Solche Liebe – die ewige Liebe Christi, die uns niemals aufgibt – kann nicht befriedigt sein, bis sie unsere Liebe als Antwort auf Seine Liebe geweckt hat. Die Antwort auf Seine Liebe wird in ihrer Fülle erst dann gesehen werden, wenn wir schließlich die Heimstatt der ewigen Liebe erreicht haben. Nichtsdestoweniger ist schon jetzt auf dem Weg zur ewigen Heimat die Liebe, mit der wir Christus an dem Platz und in der Zeit Seiner Verwerfung wertschätzen, Seinem Herzen sehr köstlich. Das sehen wir ganz deutlich aus dem Wert, den der Herr der Liebe Marias beimisst, die sie dazu brachte, Seine Füße mit der sehr kostbaren Salbe zu salben.

    Es ist sehr ermutigend und nützlich für unsere Seelen, die gnädigen Wege des Herrn mit Seinem Volk zu sehen, damit in unseren Herzen Liebe erweckt, Liebe aufrechterhalten und Liebe vertieft wird. Diesen gnädigen Wegen des Herrn möchten wir kurz in den Begebenheiten des Neuen Testaments bei zwei Frauen nachgehen, die Ihm sehr zugetan waren.

    I. Das Aufwecken der Liebe (Lukas 7, 36-39. 47)
    Bei der einmaligen Szene, die sich in dem Haus Simons des Pharisäers abspielte, sehen wir das Aufwecken der Liebe für den Heiland in dem Herzen einer Sünderin. Der Herr hatte in der Vollkommenheit Seines Weges sich herabgelassen, das Festmahl, das der Pharisäer bereitet hatte, mit Seiner Gegenwart zu beehren. Während sie zu Tische lagen, tritt ein ungeladener Gast ein, von dem der Herr sagen kann: „sie hat viel geliebt“. Wie war diese Liebe in ihrer Seele erwacht?

    In bezug auf den Charakter dieser Frau gibt es keine Frage. Der Geist Gottes hat sie als „ein Weib in der Stadt, die eine Sünderin war“, beschrieben. Überdies war ihr schlechter Ruf bekannt, denn auch Simon wusste, dass sie „eine Sünderin“ war. Sie war eine Sünderin und wusste es, und Simon wusste es, und jeder wusste es. Außerdem war sie eine schuldbeladene Sünderin und hatte möglicherweise die wunderbaren Worte des Herrn gehört: „Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.“ Wie dem auch sei, es ist jedenfalls keine Frage, dass sie in Jesus die Gnade sah, die auch die segnen konnte, die es nicht verdient hatten. Sie fühlt sich von ihrer Not getrieben und von Seiner Gnade gezogen; sie kommt mit der Kühnheit des Glaubens in das Haus des Pharisäers und tritt von hinten zu den Füßen Jesu.

    Der Geist Gottes lenkt mit einem „siehe“ die Aufmerksamkeit auf die dann folgende Szene. Er will unsere Aufmerksamkeit fesseln und uns beiseite nehmen, damit wir dieses ‚große Gesicht‘ betrachten – die Begegnung eines vom Teufel gebundenen Sünders mit dem Heiland, den Gott vom Himmel gesandt hatte. Zweifellos verstummten alle Anwesenden vor Verwunderung, als sie die Szene beobachteten, die sich vor ihren Augen abspielte. Sie konnten sich mit Recht fragen, was jetzt wohl geschehen würde. Würde der Herr ihren Charakter bloßstellen, ihre Sünden verurteilen und sie aus Seiner heiligen Gegenwart wegschicken? Ach nein! Mochte der stolze Pharisäer auch die Sünderin verurteilen, er musste erleben, dass er selbst durch den Heiland bloßgestellt wurde; einen Sünder jedoch, der seine Sünden bekennt, wird der Herr nicht verurteilen.

    Die Weisheit Seines Handelns ist so vollkommen wie die Gnade Seines Herzens. Zunächst wird kein Wort gesprochen. Die Gäste sind still vor Staunen, der Herr ist still in Gnade, die Frau ist still vor Kummer. Kein Laut ist in der Stille zu vernehmen als nur das Schluchzen einer weinenden Sünderin. Wenn nun auch nichts gesprochen wird, so geschieht doch viel, denn das Herz der Sünderin wurde zerbrochen, und das Herz der Sünderin wurde gewonnen. Sie stand „hinten zu seinen Füßen … weinend … und küsste seine Füße sehr“. Die Tränen reden von einem Herzen, das zerbrochen, und die Küsse von einem Herzen, das gewonnen ist.

    Was war es denn, was ihr Herz zerbrach und ihr Herz gewann? War es nicht so, dass sie etwas von der Gnade und der Heiligkeit des Heilands sah und in dem Licht Seiner Herrlichkeit die Sündhaftigkeit ihres Lebens und ihres Herzens erkannte wie nie zuvor, und dass dies ihr Herz zerbrach? Aber noch mehr, sie erkannte, dass Er, obwohl sie eine Sünderin voller Sünde war, dennoch ein Heiland voller Gnade für solch einen sündigen Menschen war. Sie fand sich in der Gegenwart Dessen, der ihr schändliches Leben durch und durch kannte und sie dennoch liebte, und dadurch wurde ihr Herz gewonnen.

    Es ist gut für jeden von uns, wenn auch wir als Beladene und Elende wegen unserer Sünden in Seiner Gegenwart gewesen sind, um dort zu entdecken, dass wir in Ihm Einen gefunden haben, der das Schlimmste über uns weiß und uns dennoch liebt. Auf diese Weise sollte Liebe zu Christus in unseren Herzen geweckt werden.

    II. Die Aufrechterhaltung der Liebe (Lukas 10, 38-42)
    Wir haben gesehen, wie Liebe zu Christus geweckt wird, und es ist in der Tat eine gesegnete Sache, wenn zu Beginn eines christlichen Lebens das Herz für Christus gewonnen worden ist. Wir müssen nun lernen, wie das Herz, in dem die Liebe geweckt worden ist, in der Frische der ersten Liebe erhalten werden kann.

    Wissen wir nicht alle, dass sich im Lauf der Zeit mancherlei Dinge zwischen die Seele und Christus drängen wollen? Nicht immer grobe Dinge, die durch die Verdorbenheit, die sie mit sich bringen, die Seele aufhalten, sondern kleine und scheinbar harmlose Dinge – „die kleinen Füchse, welche die Weinberge verderben“ und das Leben unfruchtbar machen. Wenn wir diese kleinen Dinge zulassen, wird sich Kälte auf unsere Zuneigungen legen und allmählich eine Eiskruste über dem Herzen bilden, und der Herr muss uns sagen: „Du hast deine erste Liebe verlassen.“ Nachdem wirkliche Liebe zu Christus in Seelen geweckt worden ist, sehen wir oft, dass etliche aus diesem oder jenem Grund in ihrem geistlichen Verständnis wenig Fortschritte machen, während andere in tieferer Bekanntschaft mit dem Herrn und in Seiner Gesinnung wachsen. Wie kann die Liebe, die geweckt worden ist, aufrechterhalten werden?

    Gibt uns nicht das Haus in Bethanien die Antwort? Bei den beiden Schwestern haben wir zwei Heilige, in denen wirkliche Liebe zu Christus geweckt worden ist; doch in der einen Schwester sehen wir eine Gläubige, die in der Gnade und Erkenntnis des Herrn Jesus wächst, während wir in der anderen Schwester eine Heilige sehen, die durch das Ich und durch ihren Dienst im geistlichen Wachstum gehemmt wird.

    Marthas Liebe zeigte sich darin, dass sie den leiblichen Bedürfnissen des Herrn als Mensch zu begegnen suchte. Marias Liebe wurde darin sichtbar, dass sie Seinem Worte zuhörte und dadurch das tiefe Verlangen Seines Herzens zu befriedigen suchte.

    Martha war mit den „vielen Dingen“ beschäftigt, die alle im Tod ihr Ende finden. Maria war mit dem „einen“ beschäftigt, das der Tod ihr nicht nehmen konnte. Es hat jemand gesagt: „Keine Aufmerksamkeit, die Ihm im Fleische hätte erwiesen werden können, und sei es auch von einem Menschen, der Ihn liebte und den Er liebte, hätte das ersetzen können. Die .vielen Dinge‘ enden nur in Enttäuschung und Tod, statt in das ewige Leben hineinzuführen, wie es die Worte Jesu tun, die ein zerbrochenes Herz dahin bringen, den Strom des Lebens hervorfließen zu lassen.“

    Wenn wir also wissen wollen, wie die Liebe geweckt wird, müssen wir im Geist das Haus Simons aufsuchen; wenn wir aber wissen wollen, wie die Liebe aufrechterhalten wird, so laßt uns das Haus in Bethanien besuchen. Zu den Füßen des Heilands im Hause Simons stehend, wurde die Liebe in dem Herzen einer Sünderin geweckt; zu den Füßen des Meisters in dem Hause Marthas sitzend, wurde die Liebe aufrechterhalten. Zu Seinen Füßen sind wir in Seiner Gesellschaft; in Seiner Gesellschaft hören wir Seine Worte, und Seine Worte offenbaren Sein Herz. Dort lernen wir in der Schule der Liebe. Wie viel kennen wir von dem guten Teil, das Maria erwählte – dem Abwenden von dem geschäftigen Treiben des Lebens und den Tätigkeiten des Dienstes, um mit dem Herrn Jesus allein zu sein, und mehr noch, das Hinzunahen zu Ihm in Liebe, um Ihm nahe zu sein? Der Herr liebt unsere Gesellschaft; Er hat Wohlgefallen daran, uns in Seiner Gegenwart zu haben. Er kann ohne unseren geschäftigen Dienst auskommen, aber Er kann gewissermaßen nicht ohne uns auskommen. Nur so wird erste Liebe aufrechterhalten werden, und, wenn sie verloren gegangen ist, wiedererlangt. Wir können nicht von der Vergangenheit leben. Vergangene Erfahrungen haben vielleicht die Liebe geweckt, aber nur gegenwärtige Gemeinschaft kann Liebe aufrechterhalten.

    III. Das Vertiefen der Liebe (Johannes 11)
    Wenn wir uns nun einer anderen Begebenheit in der Geschichte der Maria von Bethanien zuwenden, werden wir eine weitere Lektion in der Geschichte der Liebe lernen. In Lukas 10 haben wir gesehen, wie Liebe in dem allgemeinen Getriebe des Lebens aufrechterhalten wird, und in Johannes 11 werden wir nun sehen, wie Liebe in den Kümmernissen des Lebens vertieft wird. Dort ging das Leben seinen gewohnten Gang, hier ist das tägliche Leben von großem Leid betroffen worden. Krankheit ist in den Kreis von Bethanien eingedrungen, und der Schatten des Todes liegt über der Familie. Wie werden die Schwestern sich in der Prüfung, die über sie gekommen ist, verhalten? Durch Gnade getrieben, tun sie das Bestmögliche. Sie stützen sich auf die Liebe Christi. In Lukas 10 erfährt Maria die Liebe Christi in der Stille eines ruhigen Lebens; in Johannes 11 rechnet sie mit der Liebe inmitten der Stürme des Lebens. Dort genießt sie Seine Liebe in Seiner Gesellschaft; hier zählt sie auf Seine Liebe in ihrem Kummer. All das ist klar in der Bitte enthalten, die diese beiden Frauen an den Herrn richten. Sie senden zu Ihm und lassen Ihm sagen: „Der, den du lieb hast, ist krank“ (Vers 3). Wie erstrahlen der Glaube und das Vertrauen dieser beiden Schwestern zu ihrem Herrn in dieser kurzen Botschaft! Sie wenden sich an die richtige Person, denn sie senden „zu ihm“. Sie tragen die Bitte in rechter Weise vor, denn sie sagen: „Herr, siehe, der, den du lieb hast, ist krank.“ Sie berufen sich in ihrer Bitte nicht auf die schwache Liebe des Lazarus zum Herrn, sondern auf die vollkommene und nie versagende Liebe des Herrn zu Lazarus. Sie bitten also den Herrn in der richtigen Weise, denn sie machen dem Herrn keine Vorschriften, was Er tun soll; sie bitten den Herrn weder zu heilen, noch zu kommen, noch selbst ein Wort zu ihren Gunsten zu sprechen. Sie breiten einfach ihren Kummer vor Ihm aus und verlassen sich auf die grenzenlosen Hilfsquellen einer grenzenlosen Liebe. Wird die Liebe sie enttäuschen? O nein! Denn Liebe antwortet gern auf eine Bitte, die aus Herzen kommt, die durch Liebe bewegt werden.

    Göttliche Liebe wird jedoch ihren vollkommenen Weg gehen, einen Weg, der dem natürlichen Menschen in der Tat fremd erscheinen mag. Die Schwestern haben Sein Herz erfreut, indem sie sich auf Seine Liebe stützten; nun will Er ihre Herzen erfreuen, indem Er in ihren Seelen das Bewusstsein Seiner Liebe vertieft und damit auch ihre Liebe zu Ihm vertieft. So wird es immer sein: je tiefer unser Bewusstsein Seiner Liebe ist, desto tiefer wird die Antwort unserer Liebe sein. Wir lieben Ihn, weil Er uns zuerst geliebt hat.

    Um Sein gnädiges Werk zu vollenden, muss Er die Kümmernisse des Lebens benutzen; und damit Seine Liebe in ihren Seelen vertieft wird, muss Er zuerst den Kummer vertiefen. Die Heiligen sind zur Herrlichkeit Gottes berufen, nachdem sie „eine kleine Zeit gelitten“ haben (1. Petrus 5, 10); so nehmen wir auf unserem Weg zur Herrlichkeit oft hellere Strahlen Seiner Herrlichkeit wahr, nachdem wir eine Zeit gelitten haben. So war es auch bei den Schwestern. Sie hatten eine kleine Zeit zu leiden, denn der Herr lässt sie noch warten, und es kommt auch kein Wort von dem Herrn an sie. Die Tage vergehen, Lazarus wird immer schwächer, und der Schatten des Todes breitet sich über das Haus. Schließlich ist der Tod gekommen; Lazarus ist gestorben. Sie haben eine kleine Weile gelitten, nun werden sie Seine Herrlichkeit sehen – denn „diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern um der Herrlichkeit Gottes willen, auf daß der Sohn Gottes durch sie verherrlicht werde“. Das menschliche Auge sah nur den Tod; in Wirklichkeit sollte der Tod benutzt werden, um die Herrlichkeit Christi zu entfalten und den Triumph Seines Sieges über den Tod groß zu machen. Wie vollkommen ist doch der Weg, den Er beschreitet, um diese großen Resultate hervorzubringen!

    Menschliche Liebe, die nur an Hilfe für den Kranken denkt, hätte sich sofort nach Bethanien auf den Weg begeben. Menschliche Vorsicht, die nur an sich selbst denkt, wäre überhaupt nicht gegangen, wie auch die Jünger sagen: „Rabbi, eben suchten die Juden dich zu steinigen, und wiederum gehst du dahin?“ Der Herr erhebt sich über menschliche Liebe und menschliche Vorsicht und handelt gemäß göttlicher Liebe, die durch göttliche Weisheit geleitet wird. „Gott – Sein Weg ist vollkommen.“

    Nachdem das Ausharren sein vollkommenes Ergebnis erreicht hat, kommt der Herr zu der Zeit, die Seiner Liebe entsprach, zu den Schwestern nach Bethanien, die ihres Bruders durch den Tod beraubt waren, und offenbart die tiefe Liebe Seines Herzens, indem Er mit ihnen redet und mit ihnen wandelt und mit ihnen weint. Er möchte ihre Liebe durch Seine Worte der Liebe, Seine Wege der Liebe und Seine Tränen der Liebe vertiefen. Welche Tiefen der Liebe liegen in diesen erhabenen Worten: „Jesus vergoss Tränen.“ Es war ein wunderbarer Anblick, einen Sünder in der Gegenwart Seiner Liebe weinen zu sehen, aber es ist noch wunderbarer, den Heiland angesichts unseres Kummers weinen zu sehen. Wenn wir wegen unserer Sünden weinen, ist das ein kleines Wunder; aber wenn Er wegen unseres Kummers weint, ist das ein großes Wunder – ein Wunder, das enthüllt, wie nahe Er gekommen ist und wie nahe Er einem bekümmerten Heiligen ist.

    Wir mögen fragen, warum diese Tränen? Die Juden, die um das Grab her standen, missdeuten die Tränen, denn sie sagen: „Siehe, wie lieb hat er ihn gehabt!“ Der Herr hatte Lazarus wirklich geliebt, aber diese Tränen waren nicht der Ausdruck Seiner Liebe zu Lazarus. Die Schwestern weinten wegen des Verlustes ihres Bruders, für den Herrn bestand jedoch keine Notwendigkeit, wegen eines Menschen zu weinen, den Er gleich auferwecken wollte. Er weinte nicht im Blick auf den Toten, sondern auf die Lebenden – nicht wegen des Verlustes von Lazarus, sondern wegen des Kummers der Maria und Martha. In wenigen Augenblicken wird die Liebe den Lazarus auferwecken, aber zuerst möchte die Liebe mit Martha und Maria weinen. Er zeigt uns Sein Herz, um unsere Herzen aufzurichten, und vergießt Tränen, um unsere Tränen zu trocknen. Indem Er so handelt, offenbart Er Seine Liebe und vertieft unsere Liebe. So benutzt Er die Prüfungen, Kümmernisse und rauhen Wege des Lebens, um die Schätze Seiner Liebe zu entfalten und unsere Liebe zu Ihm hervorzubringen.

    Nach dieser großen Prüfung haben die Schwestern sicher gesagt: „Wir wussten, dass Er uns liebte, aber vor dieser Prüfung haben wir nicht gewusst, dass Er uns so sehr liebte, dass Er mit uns ging und mit uns in der Prüfung weinte.“

    In Lukas 10 lernte Maria zu Seinen Füßen Seine Liebe schätzen; in Johannes 11 stützt sie sich auf die Liebe, die sie erfahren hat, und wird in der Liebe vertieft, auf die sie sich gestützt hat.

    Welche heiligen, glückseligen Erfahrungen können wir doch im Zusammenhang mit diesen verschiedenen Szenen machen! Wir erfahren, dass zu den Füßen Jesu bei dem Sünder Liebe geweckt wird, dass zu den Füßen Jesu in einem Lernenden Liebe aufrechterhalten und dass zu den Füßen Jesu in unserem Kummer die Liebe vertieft wird.

  6. Matzi

    schön…aber schwer

    diese agape liebe ist ja voll schön und toll und einfach perfekt und alles, aber so das man das umsetzen könnte oder so in seinem eigenen leben, das ist so gut wie unmöglich oder?? ich mein ja nur, wenn wenigstens einige leute da rankommen würden dann wäre die welt sicher auch ein schönerer ort…
    jedenf alls wollte ich wissen, wie man es am besten schaffen könnte, diese liebe zu leben…
    is schon klar, gott um hilfe bitten und so aber kann man auch selber etwas dazu beitragen…
    naja, und was ich auch noch gerne wissen würde, ist, ob man, wenn man zum Beispiel verheiratet ist, da dürfte man schon auch diese „eros“ liebe empfinden und ausleben ….oder?? kann man so schlecht schreiben naja, egal.
    diese „zusammenfassung“ über liebe fand ich übrigens ganz toll!!
    bis bald

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